Dienstag, 29. Juli 2014

"Erst wenn der letzte Baum gerodet ..." - Weissagung der Cree


Häuptling Seattle (1864)


„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“
(Englische Version: Only after the last tree has been cut down / Only after the last river has been poisoned / Only after the last fish has been caught / Then will you find that money cannot be eaten.)

Der 20. August 2013 war der diesjährige "Welterschöpfungstag". Das ist der Tag an dem die Menschheit so viele Ressourcen aufgebraucht hat wie die Erde dauerhaft liefern könnte. Dieser Tag kommt in jedem Jahr früher. Der Welterschöpfungstag davor war am 22. August 2012, also noch 2 Tage später.
Zeichen dafür sind Klimawandel, Smog, Artensterben, Wassermangel, Kollaps der Fischbestände und immer mehr unfruchtbare Böden - selbst die Tiefsee ist laut einer Studie vom Meeresinstitut der Universität der Azoren [veröffentlicht 2014 in "PLoS One"] bereits mit Plastik, Netzen, Glas, Metall, Keramik ... zugemüllt. Pro Jahr gelangen laut Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep)  6,4 Mio. Tonnen Müll ins Meer. Insgesamt können sich dadurch bereits 142 Mio. Tonnen Plastikmüll angesammelt haben.
Laut Vereinten Nationen fällt pro Jahr eine Fläche von 12 Mio. Hektar der sogenannten Desertifikation (Klimawandel und Verschlechterung der Böden) zum Opfer.
Auch Verteilungskriege sind klare Anzeichen für eine Übernutzung der Erde. 2014 wird auf der Münchner Sicherheitskonferenz vor potentiellen Konflikten durch Wasserengpässe in China und Indien gewarnt.

Der US-amerikanische Ökonom und UN-Sonderbeauftragte Jeffrey Sachs hat bereits im Jahr 2008 behauptet, dass die Krisen im Irak, Pakistan, Somalia und Sudan weniger mit Islamisierung und dafür mehr ökologische und wirtschaftliche Gründe - extreme Armut und Umweltzerstörung - hat.

Artensterben

In den letzten 540 Millionen Jahren gab es laut einem Themenschwerpunkt des Fachmagazins "Science" 5 Mal ein gewaltiges Artensterben. Laut Wissenchaftlern ist nun eine sechste Welle in vollem Gange. Seit 1500 sind demnach mehr als 320 terrestrische Wirbeltiere ausgestorben. Die bisher überlebenden Populationen sind durchschnittlich um 25% geschrumpft. Ähnlich sieht es auch bei den wirbellosen Tieren wie Insekten aus. Jedes Jahr gehen von geschätzten 5 bis 9 Millionen Tierarten weltweit etwa 11.000 bis 58.000 verloren.


Deutschland

Die Nitrat-Belastung in einem Viertel aller Trinkwasser-Reservoirs ist in Deutschland deutlich höher als der Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter weil die Bauern zu viel düngen. Im Wasserwerk Großkneten in Niedersachsen lag der Wert im Jahr 2013 zum Beispiel bei durchschnittlich 93 Milligramm Nitrat pro Liter.
Die höchsten Werte sind u.a. aus der Region um Oldenburg. Dort sind die größten Tiermastbetriebe Deutschlands. In den riesigen Ställen fallen jährlich Millionen Tonnen stickstoffreiche Gülle und Kot an. Diese werden auf den Feldern entsorgt. Da es jedoch weit mehr als die Pflanzen aufnehmen können ist wird der überschüssige Stichstoff in Nitrat umgewandelt und sickert ins Grundwasser. Nach 5 bis 30 Jahren dringt es in die Schichten vor aus denen Trinkwasser gepumpt wird.
Auch die 8000 Biogasanlagen in denen Mais oder Gülle vergoren wird leisten ihren Beitrag zu dem Problem. Die Gärreste die wiederum voller Stickstoff sind landen zusätzlich in großen Mengen auf den Äckern. Dafür gibt es noch nicht einmal Regeln.
Nitrat ist zwar in dieser Dosis nicht sofort tödlich. Aber es kann schwerwiegende Folgen haben: Bei Säuglingen kann es den Sauerstofftransport behindern. Dadurch entsteht Sauerstoffmangel und die Babys laufen blau an. Unter bestimmten Umständen kann es auch im menschlichen Magen in Nitrosamine umgewandelt werden. Dadurch kann wiederum Krebs entstehen.

China

In China ist demnach mehr als die Hälfte des Grundwassers mit Rückständen aus Industrie und Viehhaltung verdreckt. Jedes Jahr müssen laut Schätzungen des zuständigen chinesischen Ministeriums wegen der Belastung mit Schwermetallen etwa 10 Millionen Tonnen Getreide vernichtet werden. China plant jedoch einen Ausbau der Stromgewinnung durch Kohle um 75%. Die meisten der neuen Kohlekraftwerke sollen in Gebieten mit bereits belasteter Wasserversorgung gebaut werden.
Von dem her muss ich mich sehr wundern dass man die sogenannte "Ein-Kind-Politik" von China derart kritisiert wie es manche tun. Ist es wirklich grausamer wenn Familien "nur" ein Kind haben dürfen um durch eine Konsolidierung der Anzahl der Menschen auf so viele zu kommen dass der Welterschöpfungstag frühestens auf den 1. Januar des folgenden Jahres fällt?

18.04.2014. Zwischen 2005 und 2013 wurde in China die Qualität des Bodens untersucht. Anschließend wurde die Studie zunächst nicht veröffentlicht sondern ein Jahr als Verschlussache eingestuft. Nun wirde im Internet eine fünfseitige Zusammenfassung zugänglich gemacht. 19,4% der Agrarfläche Chinas sind mit Kadmium, Nickel und Arsen verseucht. Ortsangaben fehlen jedoch. Im ganzen Land sind daher wohl verseuchte Nahrungsmittel im Umlauf. Die Hauptquellen der Verschmutzung sind der Studie nach Industrie und Landwirtschaft. Industrieabfälle und Minen sind demach für einen großen Teil der vergifteten Böden verantwortlich.

15.02.2014. In einem soeben veröffentlichten gemeinsamen Blaubuch der Shanghaier Akademie für Sozialwissenschaftler und des Pekinger Sozialwissenschaftlichen Akademischen Verlags heist es wörtlich dass Peking wegen der Luftverschmutzung "für Menschen kaum bewohnbar" ist. Gestern haben die Feinstaubwerte in Peking 464 Mikrogramm pro Kubikmeter erreicht. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann man aber nur bis maximal 10 Mikrogramm pro Kubikmeter gesund leben.

Europa

Eine Studie von Forschern aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz veröffentlicht im Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences eine Studie laut der die ökologischen Risiken durch Chemikalien in den Gewässern Europas wesentlich höher ist als bisher angenommen.
Von den Forschern wurden behördlich erfasste Daten aus etwa 4000 Flüssen in Europa ausgewertet. Dabei wurden 35 ökologisch besonders bedenkliche Chemikalien in Konzentrationen, die Fischarten, Algen und wirbellose Tiere krank machen oder töten können gefunden. Die Gefahr durch Chemikalien könnte aber noch viel größer sein. Bei den ermittelten Risikowerten wurde nicht berücksichtigt ob sich bestimmte Schadstoffe in der Wirkung gegenseitig verstärken oder beim Abbau noch giftigere Substanzen entstehen. Ausserdem wird ganz offenbar in manchen Ländern nicht sauber bei den Messungen gearbeitet.
Unter den akut gefährlichen Chemikalien sind Pestizide, Flammschutzmittel und organische Zinnverbindungen wie Biozid Tributylzinn am häufigsten vertreten.
Die EU wird demnach das Ziel, die Gewässerqualität bis 2015 deutlich zu verbessern, nicht erreichen.

Indien

In Indien müssen bereits jetzt Städte mit Tankfahrzeugen aus dem Umland versorgt werden. Dort wird 37% mehr Grundwasser verbraucht als auf natürlichem Weg nachkommt. Dazu wurden in Indien durch exzessive Bewässerung und Düngung Millionen Hektar Land unbrauchbar gemacht.

Naher Osten / Nordafrika

Länder wie Saudi Arabien, Libyen, Israel und Jordanien decken einen Großteil ihres Wasserbedarfs aus fossilen Grundwasserspeichern, die sich vor Jahrtausenden gefüllt haben, ab. Dieses Wasser kann bereits in wenigen Jahrzehnten verbraucht sein und ist zum Großteil mit natürlicher Radioaktivität belastet.

Bilder aus Wikimedia Commons
Häuptling Seattle (1864), Lizenz: Public Domain, Urheber: L.B. Franklin

Quellen
28.07.2014, Welt, Erde, Sechste Welle des Artensterbens in vollem Gange
19.06.2014, taz, Desertifikation der Erdoberfläche, Die Wüste lebt
16.06.2014, Sueddeutsche, Umweltmonitoring, Europas Gewässer erheblich mit Chemie belastet
01.05.2014, Spiegel, Studie vor Europas Küsten, Sogar die Tiefsee ist vermüllt
18.04.2014, Tagesschau, Umweltschäden in China, Verseuchte Erde
12.04.2014, Sueddeutsche, Belastetes Trinkwasser in Deutschland, Es stinkt zum Himmel
15.02.2014, Sueddeutsche, Luftverschmutzung, Peking ist unbewohnbar
02.02.2014, Spiegel, Sicherheitskonferenz,Studie warnt vor Wasserkrise in China und Indien
01.12.2013, Welt, Versiegelung, Unfruchtbare Böden bedrohen die Welternährung
24.11.2013, Tagesspiegel, Sozialpolitik in China, Ende des gesellschaftlichen Maßschneiderns
20.08.2013, Focus, Welterschöpfungstag, Ab heute lebt die Welt auf Pump bei der Umwelt
Wikipedia, Weissagung der Cree

Montag, 28. Juli 2014

Fussball-WM 2014 in Brasilien - Schland wird zum 4. Mal Weltmeister

Zu den teuersten Fussballspielen aller Zeiten die am 12. Juni 2014 in Brasilien beginnen wird man hier wenig finden. Nach dem was ich so lese und direkt über meine Verwandtschaft in Brasilien mitbekomme habe ich mich entschossen die WM in Brasilien so weit wie möglich zu ignorieren. Dafür werde ich hier wohl so das Eine oder Andere Unangenehme berichten.
Die Gesamtkosten der WM betragen etwa 15 Mrd. US-Dollar. Davon bezahlt Brasilien zwischen 6,5 und 9,8 Mrd. Euro (ca. 13 Mrd. US-Dollar). Das ist mehr als wenn man die von Deutschland (2006) und Südafrika (2010) zusammenrechnet und entspricht in etwa der Summe die im ganzen Jahr 2013 für das brasilianische Sozialhilfeprogramm Bolsa Familia ausgegeben wurde. Damit werden 50 Mio. Menschen unterstützt.
Beim Volk staut sich angesichts der absurden Stadionbauten, gestiegenen Nahverkehrspreise, verfallenden Schulen, Krankenhäuser, Zwangsumsiedlungen und Polizeiwillkür die Wut. 170.000 Menschen mussten dem Neu- und Ausbau von Stadien, Straßen, Flughäfen und anderen Infrastrukturmaßnahmen im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft weichen. Viele Tausend Familien wurden in einfachste Hütten ohne Strom und Wasser zwangsumgesiedelt.
Es gab nie zuvor in Brasilien ein solches Aufgebot an Sicherheitskräften. Mehr als 160.000 Polizisten und Soldaten wurden zum Schutz der WM mobilisiert. Die sozialen Netzwerke wurden von Polizei und Geheimdienst infiltriert. In São Paulo hat sich ein harter schwarzer Block gebildet.
Eines der Mottos heisst "Brasilien ist ein Land der Zukunft." Die Demonstranten ergänzen das auf ihren Plakaten selbstironisch: "Und wird es für immer bleiben!" (frei nach Stefan Zweig).
Das Preisgeld für den zukünftigen Weltmeister beträgt 358 Mio. US-Dollar (2010 in Südafrika waren es 348 Mio., 2006 in Deutschland 236 Mio., 2002 in Japan und Südkorea 134 Mio.
Die Gewinne aus dem Fifa World Cup kommen wiederum nicht dem Gastland zugute - sondern der Fifa und zwar steuerfrei. Die Fifa ist nach schweizerischem Recht als gemeinnützig anerkannt und damit von Steuerzahlungen befreit. Im Jahr 2010 hat die Fifa rund 3,5 Mrd. US-Dollar eingenommen.

Beziehungen muss man haben

Die FIFA ließ den Stadionbau in Brasilien vom Schweizer Architekten Charles Botta überwachen (wie bereits im Jahr 2010 in Südafrika). Das ist der Ehemann von Christine Salzmann-Botta (Bürochefin von Blatter und Direktorin der FIFA). Sie ist wiederum Tochter von Walter Salzman (Jugendfreund  von Blatter) der wie Blatter aus dem Dorf Visp im Wallis stammt.
Mit der Vermarktung der WM-TV-Rechte, die Produktion des TV-Signals aus Brasilien, über eine Firmenbeteiligung teilweise auch der Verkauf von WM-Tickets und Hospitality-Paketen wurde die Firma Infront Sports & Media beauftragt. Diese wird von Philippe Blatter (Neffe des FIFA-Präsidenten) geführt.

Brasilien

In Brasilien leben im Jahr 2014 mehr als 203 Mio. Menschen.
1822. König Pedro I. herrscht über Brasilien. Die Farbe seiner Familie aus dem Hause Braganca ist grün. Seine Frau war Maria Leopoldine von Österreich aus dem Hause der Habsburger. Die Farbe ihrer Familie war Gelb.  Daher kommt die grüne Flagge mit einer gelben Raute.
1888 erließ Kronprinzessing Isabella (Tochter von Kaiser Dom Pedro II. das "Goldene Gesetz" zur Abschaffung der Sklaverei. Daraufhin putschten sich die Großgrundbesitzer und das Militär an die Macht. Der Kaiser musste ins Exil flüchten.
Die Republik wurde am 15. November 1889 von Manuel Deodoro da Fonseca in Rio de Janeiro ausgerufen. Die 27 Sterne, für jeden Bundesstaat einer, auf der Flagge zeigen deshalb den Himmel dieses Tages über Rio de Janeiro. Zunächst waren es aber nur 21 Sterne weil es nur 21 Bundesstaaten gab. Erst seit 1992 sind es 27. Sterne.
Die ersten Demokratischen Wahlen fanden dort erst im Jahr 1989 nach dem Ende der Militärdiktatur statt. Danach kam es in den frühen 1990er Jahren zu einer Hyperflation die von Fernando Henrique Cardoso (Finanzminister und späterer Präsident) mit dem "Plano Real" gebremst werden konnte. Die Lebensumstände der Brasilianer sind seitdem stetig gestiegen. Es gibt aber immer noch eine dramatische Armut in Brasilien.
Brasilien war bisher 5 Mal Fußball-Weltmeister in den Jahren 1958, 1962, 1970, 1994 und 2002. So oft wie keine andere Nation.

China - Hersteller des offiziellen Fußballs und der Sportsouveniers

Den offizielle Fußball "Brazuca" lässt der deutsche Sportartikelhersteller Adidas im südchinesischen Shenzen von dem Unternehmen Ya York Plastic Products, einer Tochtergesellschaft der taiwanischen Long-Way-
Gruppe herstellen. Der Kunststoffball wird zum Preis von etwa 160 Euro verkauft. Bei der WM in Südafrika wurden mehr als 13 Mio. Bälle abgesetzt.
Auch die meisten Sportsouvenirs stammen aus der Volksrepublik. Das Zentrum dafür ist die Stadt Yiwu in der Ostküstenprovinz Zhejiang. Sie versteht sich als Weltmetropole für die Herstellung von Geschenkartikeln und Andenken. Wie die Zeitung „China Daily“ heute berichtet, ist die Ausfuhr von Yiwu nach Brasilien im ersten Halbjahr um fast 42 Prozent auf einen Warenwert von 1,25 Milliarden Dollar gestiegen.
Profitieren von dem Fußballfieber tut auch die chinesische Spielzeughochburg Dongguan, die, wie Shenzhen, im kantonesischen Perlflussdelta liegt. Das Unternehmen Dongguan Wagon Enterprise produziert dort 400 verschiedene Fanartikel wie Schlüsselanhänger, Untersetzer oder Hüllen für Mobiltelefone. Vom Nachbau der offiziellen Fifa-Trophäe wurden bereits 1,5 Mio. Stück verkauft. Die teuerste Version zum Preis von 10.000 Yuan (1200 Euro).

Tagebuch

28.05.2014. Heute ist Kinderprostitution das Thema. Die Zahl der Kinderprositituierten in Brasilien hat sich in den vergangenen 10 Jahren etwa vervierfacht. Es sollen heute 400.000 sein. Meist bieten sie ihre Körper an, weil sie von den Eltern unter Druck gesetzt werden oder sie von ihren Eltern in die Hände mafiöser Banden gegeben werden. In den 4 Wochen des Turniers kann in Brasilien ein Mädchen mit ihrem Körper so viel Geld verdienen wie für eine vierköpfige Familie zum Leben notwendig ist. Hotspots sind Fortaleza, Belo Horizonte und Recife. In Fortaleza hat sich die Zahl der Kinder die sich prostituieren laut Studien bereits vier Wochen vor der WM offenbar verdoppelt. Einige der Mädchen die "ins Taxi gerufen werden" kommen danach nicht mehr zurück. Bis Mitte März wurden in Fortaleza bereits 766 ermordet. Die Aufklärungsrate liegt unter 10%.
Die FIFA (die laut Finanzbericht 2013 über etwa etwa 1 Mrd. Euro verfügt) soll Hunderte Millionen Euro bei dieser WM verdienen. Sie gibt an "20 Mio. US-Dollar in verschiedene Projekte als Teil der WM-Nachhaltigkeitsstrategie" zu investieren. Dabei soll laut FIFA auch die sexuelle Ausbeutung von Kindern ein Thema sein. Ob und wie viel Geld sie für den Kampf gegen Kinderprostitution ausgegeben hat will die FIFA jedoch nicht sagen.
Zum Vergleich: Der Bau des WM-Stadions Mané Garrincha in der Nähe von Brasilia hat alleine 620 Mio. Euro gekostet. Dort kommt es heute zu Demonstrationen an denen auch 300 Indios beteiligt sind gegen die gewaltigen Ausgaben für die WM, gegen Korruption, Mängel bei Schulen, Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen.
Der Einsatz von "Sicherheitskräften" (Polizei und Militär) zur Fußball-WM kostet das Land etwa 1,9 Mrd. Reais (ca. 628 Mio. Euro). Eingesetzt werden 57.000 Soldaten und 100.000 Polizisten.
2012 wurden in Brasilien mehr als 56.300 Morde registriert. Das sind 7% mehr als 2011, die höchste Anzahl seit 1980 und 29 Morde pro 100.000 Einwohner.

06.06.2014. Gar Nix hat von mehreren Seiten Hinweise bekommt dass brasilianische Straßenkinder vor der Austragung der Fussball-WM entführt und teilweise auch ermordet werden weil sie nicht ins Bild passen das die Tourismus-Industrie des Landes vermitteln möchte und um den Drogenhandel einzudämmen.

10.06.2014. Die deutsche Regierung will (wie eigentlich immer bei derartigen Veranstaltungen) wenn das dumme Volk anderweitig beschäftigt ist nun die Gesetze bei denen der "Wutbürger" dagegen sein könnte durchpeitschen. Das Eilverfahren für Fracking (also Brunnenvergiften) wurde offenbar schon in Gang gesetzt.

Vorrunde

12.06.2014. Auftakt der Fussballweltmeisterschaft: Brasilien gewinnt (nach einem Elfmetergeschenk vom Schiedsrichter) beim Spiel gegen Kroatien in São Paulo 3:1.
Sigmar Gabriel (Bundeswirtschaftsminister) hat sich "mit Unterhändlern" der großen Koalition im Schatten der WM darauf geeinigt dass auch Selbstversorger mit kleinen Solaranlagen EEG Umlage bezahlen sollen. Der Satz soll bei 40% der EEG Umlage - derzeit 2,5 Cent pro KWh liegen.
Weiteres zum Tag siehe: Fussball-WM 2014 in Brasilien - Vorrunde 1. Spieltag 12.06.2014

13.06.2014. Mexiko gewinnt gegen Kamerun in Natal mit 1:0 und Spanien wird von den Niederlanden in Salvador mit 1:5 demontiert. Chile gewinnt gegen Australien in Cuiaba mit 3:1 dabei pennt Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque ein und verschläft das Ende des Spiels.
Franz Beckenbauer wird als Funktionär des Internationalen-Fußball-Verbandes (FIFA) national und international gesperrt weil er bei der WM-Vergabe an Katar eine dubiose Rolle gespielt hat und es offenbar an Bereitschaft einer Zusammenarbeit mit den Ermittlern der FIFA mangeln lassen soll. Beckenbauer verzichtet daraufhin auf eine Reise nach Brasilien zur Fußball-WM.
Bei starken Regenfällen sterben in Brasilien mindestens 13 Menschen, davon elf in Curitiba (Hauptstadt des Bundesstaats Paranás). In 192 Städten kam es zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Dabei waren vor allem die südlichen Bundesstaaten Paraná und Santa Catarina betroffen. In Natal musste das Fanfest mit Public Viewing zum Spiel Mexiko gegen Kamerun komplett abgesagt werden nachdem Fluten einen Erdrutsch auf der Küstenstraße in Natal ausgelöst hatten wo 5 Autos und ein Motorrad stecken geblieben waren.

Inés Sainz Gallo de Pérez
14.06.2014. Kolumbien gewinnt mit 3:0 gegen Griechenland in Belo Horizonte, Elfenbeinküste gewinnt mit 2:1 gegen Japan in Recife, Uruguay verliert 1:3 gegen Costa Rica in Fortaleza, England verliert gegen Italien in Manaus mit 1:2.
Die FIFA bietet Stream-Anbietern ein Tool der Firma NetResult an, mit dem die FIFA selbst nicht gekaufte Streams in Echtzeit ausknipsen kann.
Schmackhaft gemacht wurde die Fussball-WM den Brasilianern als riesiges Konjunkturprogramm. Wegen der vielen Feiertage brechen die Umsätze jedoch im Einzelhandel um rund 50% ein. Auch der Tourismusindustrie geht es nicht gut. Es werden rund 600.000 Urlauber erwartet. Brasilianer reisen aber weniger als üblich. Daher mussten die Preise schon jetzt um bis zu 50% reduziert werden.
Bei der Eröffnungsveranstaltung der WM ließen 3 Kinder (ein dunkelhäutiges Mädchen, ein hellhäutiger und ein indigener Junge) drei Friedenstauben fliegen. Der indigene Junge Fábio vom Volk der Guarani machte anschließend mit einem Spruchband mit der Aufschrift "Demarcação" (Abgrenzung) auf die Situation seines Volkes aufmerksam. Unmittelbar danach erfolgt der Anpfiff zur Fußballweltmeisterschaft 2014. Im TV war das letztere jedoch nicht zu sehen.
Die mexikanische Sportreporterin Inés Sainz Gallo de Pérez soll die "schönste Sportreporterin der Welt" sein. Sie berichtet heute vom Training der brasilianischen Nationalmannschaft.
Auf Druck der FIFA und des Hauptsponsors wurde ein elfjähriges Alkoholverbot in brasilianischen Stadien vor Beginn der WM gekippt. Es darf neben den Produkten der US-amerikanischen Großbrauerei auch die lokale Biermarke Brahma ausgeschenkt werden. Andere Biersorten und alkoholische Getränke wie Caipirinha dürfen nur ausserhalb der WM-Stadien verkauft werden. Auch die Verpflegung in den Stadien ist genau geregelt. Nur in Salvador und Recife konnte gegen den Widerstand der FIFA durchgesetzt werden, dass die lokalen Gerichte Acaraje und Tapioca auch verkauft werden dürfen.

Kokapflanze bei La Cumbre, Kolumbien
15.06.2014. Die Schweiz gewinnt gegen Ecuador in Brasilia mit 2:1.
Frankreich gewinnt gegen Honduras in Porto Alegre mit 3:0. Bei dem Spiel wird erstmals Torlinientechnik eingesetzt.
Argentinien gewinnt 2:1 gegen Bosnien-Herzegowina in Rio de Janeiro. Während dem Spiel drangen einige argentinische Fans ins Maracanã-Stadion ein indem sie über ein Tor und eine provisorische Wand kletterten. Sie wurden danach festgesetzt und 9 Personen wurden festgenommen.
Kurz vor dem Anpfiff kam es bei einem Protestmarsch in Rio zu Tumulten zwischen 150 bis 500 Gegnern der WM und der Polizei. Von den Sicherheitskräften wurde Tränengas und Pfefferspray gegen Demonstranten mit Bannern die u.a. die Sprücke "Fifa go home" und "Fuck Fifa" zeigten eingesetzt. Ein Reporter soll durch Splitter einer explodierenden Rauchgranate verletzt worden sein.
Mülleimer wurden in Brand gesetzt. An einem Bankgebäude wurden Scheiben eingeworfen. In der Umgebung waren fast 3000 Polizisten, Soldaten und Feuerwehrmänner im Einsatz die verhinderten dass der Protestzug zum Maracanã-Stadion durchkam.
Laut "Bild am Sonntag" gibt es in den Akten deutscher Sicherheitsbehörden ein Foto vom Januar 2005 das Sepp Blattner (Präsident der FIFA) und Alimsan Tochtachunow (Führender Kopf der Russischen Mafia und Spezialist für Sport-Korruption) im "China-Club" in Moskau zeigt. In Russland soll die Fussball-WM 2018 stattfinden.
Brasilien wird möglicherweise noch vor dem Ende der Fussball-WM Meister: Beim Kokainkonsum! Sie werden damit wohl die USA ablösen. Die Nachbarländer Peru, Kolumbien und Bolivien sind die drei weltgrößten Kokainproduzenten. Weil die Grenzen im Amazonasgebiet liegen sind sie kaum kontrollierbar.
In Peru kostet ein Kilogramm Kokain 1000 Dollar. In Manaus sind es bereits 5000 Dollar, in São Paulo 7000 Dollar und in Rio de Janeiro werden dafür bis zu 10.000 Dollar bezahlt. Noch im Jahr 2010 ging das Kokain vor allem in die USA und nach Asien. Nun gelangen rund 60% der Produktion nach Brasilien.
Franz Beckenbauer will nun doch die Fragen der FIFA beantworten.
Frankreich wird von Drohnen ausspioniert.
Sebastian Schweinsteiger wird mit dem Hubschrauber zu einer Routineuntersuchung ins Krankenhaus geflogen.
Reinhold Würth (Unternehmer) geht es offenbar finanziell misserabel da er befürchtet dass wegen den 4 Wochen Fussballweltmeisterschaft seine Firma zusammenbricht.
Ein Schnappschuss von Mesut zil und Lukas Podolski mit schwer bewaffneten brasilianischen Soldaten sorgt wegen der übermäßig hohen Gewalt der "Ordnungskräfte" gegen das brasilianische Volk im Vorfeld der WM im Netz für Diskussionen. Es sind viele Videos im Netzt die von den Übergriffen zeugen.
Ausgebildet wurden brasilianische Sondereinheiten vor der WM u.a. auch unter Federführung des Bundeskriminalamts (BKA) von deutschen Polizeibehörden. Im Herbst 2013 wurden in Hannover Angehörige der Militärpolizei Batalhão de Operações Policiais Especiais (BOPE) und der Sondereinheit Divisao Operacoes Especais (DOE). Auf der Ausbildungsagenda standen Schießübungen, Maßnahmen bei Geiselnahmen und Nahkampftechniken.

Airbus A340
16.06.2014. Iran spielt gegen Nigeria in Curitiba das erste 0:0 Unentschieden dieser WM. Im Stadtzentrum sollen sich derweil etwa 200 WM-Gegner versammelt und in Richtung Stadion in Bewegung gesetzt haben. Die Polizei hat die Demontranten offenbar gestoppt. Der Protestzug blockierte jedoch für kurze Zeit mehrere Straßen. Ein Bus mit Fussballfans steckte fest. Mülleimer wurden angezündet. Nach der Auflösung der Hauptdemonstration kehrte offenbar eine kleine Gruppe Maskierter ins Stadtzentrum zurück und attackierte mehrere Bankfilialen. Gegen diese soll dann die Polizei mit Tränengas und Gummigeschossen vorgegangen sein und 14 Personen festgenommen haben.
Deutschland gewinnt sein 100. Spiel bei einer Weltmeisterschaft heute gegen Portugal in Salvador mit 4:0. Das Bundesferkel Kanzler war beim Auftaktspiel der DFB-Mannschaft in Brasilien dabei und ließ sich beim Besuch in den Duschkabinen mit den halbnackten Spieler fotografieren. Hingekommen ist das Kanzler mit einem Airbus A340, mit 142 Plätzen das größte Flugzeug dass die Luftwaffe zu bieten hat. An Bord waren nur ansonsten nur die 4 Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann (SPD), Karl Schiewerling (CDU), Max Straubinger (CSU), Dietmar Barsch (Die Linke) und einige Mitarbeiter. Angeblich musste das sein weil man nur mit dem A340 ohne Zwischenlandung und Tankstop nach Brasilien habe fliegen können.
Die Kosten pro Flugstunde belaufen sich laut Privatefly bei einem Airbus 340 auf 11.884 Euro. Den Steuerzahler hat der Flug von etwa 10 Stunden Dauer hin und 10 Stunden zurück also nur die Kleinigkeit von mindestens etwa 250.000 Euro gekostet.
Zur gleichen Zeit fliegt Zensursula (Kriegsminister) mit einem Airbus A319 nach New York. Dieser bietet Platz für "nur" 44 Passagiere und es wird sich darüber beschwert dass es mit gerade einmal 30 Mitreisenden auf dem siebenstündigen Flug recht eng gewesen wäre.
Ghana verliert gegen die USA in Natal mit 1:2. Etwa 300 Demonstranten protestieren dort gegen die hohen Staatsausgaben für die WM und gegen den Besuch von Joe Biden (Vizepräsident der USA). Sie sollen eine Straße für kurze Zeit blockiert, sich dann jedoch ohne Gewaltanwendung der Polizei zerstreut haben.
Da das Volk mit der Fußballweltmeisterschaft 2014 zu beschäftigt ist um sich um derart triviale Dinge zu kümmern wird nun bekanntgegeben dass Ronald Pofalla die rechte Hand von Rüdiger Grube (Chef der Bahn) werden soll.
Mehr als 1/3 aller Klagen und Widersprüche gegen Sanktionen bei Hartz IV (HIV) waren im Jahr 2013 erfolgreich. Dennoch haben sich offenbar Bund und Länder in Arbeitsgruppen darauf geeinigt dass bereits beim ersten Verstoß gegen Pflichten vom Jobcenter das Geld gekürzt werden soll.

Karte von Nordostnigeria
17.06.2014. Belgien gewinnt mit 2:1 gegen Algerien in Belo Horizonte.
Russland spielt gegen Südkorea in Cuiaba 1:1.
Brasilien spielt gegen Mexiko in Fortaleza 0:0. In der Stadt Damaturu im Norden Nigerias im Bundesstaat Yobe beim "Public Viewing" explodiert kurz nach dem Anpfiff eine Bombe. Ein Selbstmordattentäter soll die Bombe in einer Taxi-Rickscha platziert haben. Mindestens 21 Menschen sterben. Es gibt mindestens 27 Schwerverletzte. Die Gegend soll eine Hochburg der militanten Islamistengruppe Boko Haram sein. Boko Haram hatte bereits im Vorfeld der WM mit Anschlägen gedroht. Die Sekte hält Fussball für unislamistisch.
David Cameron (Premierminister von Großbritannien) und Li Kequiang (Premierminister von China) unterschreiben ein Abkommen zur Finanzierung von Atomkraftwerken in Großbritannien durch China das die britsichen Steuerzahler teuer zu stehen kommen wird.
Stefan Wenzel (Die Grünen / Umweltminister von Niedersachsen) und Olaf Lies (SPD / Wirtschaftsminister) legen einen Erlass vor der die bisherige Art der Gasförderung weiterhin erlaubt - auch wenn dabei Fracking im Spiel ist.
Nicht nur Joachim Gauck (Bundespräsident) sondern auch Zensursula (Kriegsministerin) arbeiten hat daran dass Deutschland mit noch mehr Bomben als bisher den Frieden auf der ganzen Welt verbreitet.
In den USA wird die Todesstrafe trotz oder wegen der Zweifel an den Giftcocktails innerhalb von 24 Stunden gleich dreimal vollstreckt.

Kronprinz Felipe mit
Ehefrau Letizia
18.06.2014. Lauter Verlierer heute: Kamerun verliert mit 0:4 gegen Kroation in Manaus.
Australien verliert mit 2:3 gegen die Niederlande in Porto Alegre
Titelverteidiger Spanien verliert gegen Chile in Rio de Janeiro mit 0:2 und darf nach der Vorrunde nach Hause fahren. Zudem wird heute Nacht passenderweise Kronprinz Felipe neuer König Felipe VI. und löst seinen Vater Juan Carlos ab.
Eine Stunde vor Beginn des Spiels sind etwa einhundert chilenische Fußballfans sind ohne Ticket ins Maracanã-Stadion eingedrungen, es kam zu Rempeleien, Panik, 5 Menschen wurden verletzt. Erst nach 15 Minuten gelang es den Sicherheitskräften die Fans zur Aufgabe zu bewegen. Bereits im ersten Spiel im Maracanã-Stadion waren argentinische Fans auf ähnliche Weise ins Stadion gelangt.
Rheinmetall will 980 Panzer vom Typ "Fuchs 2" im Wert von 2,7 Mrd. Euro nach Algerien verkaufen. Insgesamt sollen Rüstungsverträge im Wert von 10 Mrd. Euro zwischen Algerien, Rhein-Metall, ThyssenKrupp (2 Fregatten) und Daimler (LKW und Militärfahrzeuge) abgeschlossen werden.

Polizei in  São Paulo
19.06.2014. Kolumbien gewinnt 2:1 gegen die Elfenbeinküste in Brasilia, Japan spielt 0:0 gegen Griechenland in Natal.
Uruguay gewinnt gegen England in São Paulo mit 2:1. Nach dem Spiel kommt es in São Paulo zu einer Demonstration um kostenlose Tickets für öffentliche Busse und Bahnen zu fordern. Zeitweise ist die zentrale Einkaufs- und Bankenmeile Avenida Paulista blockiert. Es folgen Ausschreitungen. Ein Autohaus wird verwüstet und Müll auf den Straßen angezündet. Von der Polizei wird Tränengas eingesetzt.
Laut Wikileaks-Dokumenten sollen durch das neue Handelsabkommen TISA Banken in Zukunft legal Kundendaten ins Ausland weitergeben dürfen. Auch die Kontrolle über die Finanzmärkte könnte das Abkommen erschweren. Die Verhandlungspapierte sollen "USA - vertraulich" gestempelt sein und nur in "abgesichertem Gebäude, Raum oder Container" aufbewahrt werden.
Weltweit sind durch die Versager in der Politik und die Gier des Kapitals 51,2 Mio. Menschen auf der Flucht. So viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Sie kommen vor allem aus Syrien, Zentralafrika und dem Südsudan.

20.06.2014. Italien verliert gegen Costa Rica in Recife mit 0:1, Schweiz verliert gegen Frankreich in Salvador mit 2:5, Honduras verliert noch gegen Ecuador in Curitiba 1:2.

Bananenstaat Deutschland
21.06.2014. Argentinien gewinnt mit 1:0 gegen den Iran in Belo Horizonte. Nigeria gewinnt 1:0 gegen Bosnien-Herzegowina in Recife.
Deutschland spielt 2:2 gegen Ghana in Fortaleza.
Fortaleza hat 2,7 Mio. Einwohner. Dort wurden im Jahr 2013 2017 Menschen ermordet (In Hamburg waren es im selben Zeitraum 21). Alleine beim Karneval waren es 43 Morde. In einer mexikanischen Studie wird Fortaleza zwischenzeitlich auf Platz 7 der weltweit gefährlichsten Städte geführt.
Zwischen den Hotels an den Stränden und dem Stadion Castelao wurde eine neue U-Bahn für 80 Mio. Euro gebaut. Die neuen, klimatisierten Züge im blau-grünen Design wurden per Schiff aus Italien geliefert. Die Zugfahrt zum Stadion ist kostenlos. Ganz fertig die U-Bahn aber noch nicht. Das letzte Stück müssen die Fans mit dem Bus fahren.
Das neue Stadion Castelao von Fortaleza hat etwa 200 Mio. Euro gekostet. 130 Mio. davon stammen aus staatlicher Förderung. Es war als erstes der Stadien für die Fußball-WM 2014 fertig und wurde am 16. Dezember 2012 von Dilma Rousseff (Präsidentin von Brasilien) eröffnet. Es ist mit 64.846 Plätzen das viertgrößte des Turniers. Im Jahr 2013 war es Spielstätte beim Konföderationen-Pokal. In der Nähe wurde dazu noch "das größte und modernste Veranstaltungszentrum" für bis zu 30.000 Besucher gebaut. Wie in Manaus und Cuiaba gibt es in Fortaleza jedoch nur unterklassige Mannschaften die ein Stadion dieser Größenordnung kaum füllen können. Nach der WM wird es wohl meist leer stehen und Kosten verursachen.
Gebaut wurde in Fortaleza auch ein neues Kreuzfahrtterminal.
Der Flughafen Aeroporto Pinto Martins wird nicht fertig. Zur Abfertigung sollen provisorische Zelte errichtet werden.
Die FIFA hängt bei dem Spiel die Banner deutscher Fans ab.

Hope Solo
22.06.2014. USA spielt 2:2 gegen Portugal in Manaus. Hope Solo (Torhüterin der US-amerikanischen Nationalmannschaft der Damen) fährt derweil in den Knast ein weil sie sich offenbar bei einer Familienfeier mit ihrer Schwester und ihrem Neffen geprügelt hat.
Belgien spielt 1:0 gegen Russland in Porto Alegre, Südkorea verliert gegen Algerien in Rio de Janeiro mit 2:4.
Die 25 Mitglieder des Exekutivkomitesse bekommen laut "Sunday Times" zukünftig eine "Aufwandsentschädigung" in Höhe von 200.000 US-Dollar (147.188 Euro) statt bisher 100.000 US-Dollar (73.594 Euro). Dafür sollen Bonuszahlungen entfallen. Laut Finanzbericht gibt die FIFA für ihr Führungspersonal 36,3 Mio. Euro pro Jahr aus.
Vera Araújo (Journalistin der Tageszeitung O Globo) wurde verhaftet weil sie mit ihrem Handy filmte wie rüde ein Polizist mit einem Argentinien-Fan umging, der vorher an eine Straßenecke gepinkelt haben soll.
Die Brasilianische Vereinigung für investigativem Journalismus (ABRAJI) hat seit im Juni 2013 die Sozialproteste begonnen haben bis zum Frühjahr 2014 gegen Journalisten 170 Gewalttaten registriert. Die Mehrheit davon laut ABRAJI von der Polizei.

Kein Rassismus
23.06.2014. Kamerun verliert 1: 4 gegen Brasilien in Brasilia, Kroatien verliert 1:3 gegen Mexiko in Recife, Australien verliert 0:3 gegen Spanien in Curitiba, Niederlande gewinnt 2:0 gegen Chile in São Paulo.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat beim Endspiel um die deutsche Meisterschaft der A-Junioren ein Transparent mit der Aufschrift "96-Fans gegen Rassismus" zugehängt. Laut Helmut Sandrock (Generalsekretär des DFB) wurde der DFB noch während dem Spiel, bei dem Hannover  96 gegen 1899 Hoffenheim mit 0:5 verloren hat, auf den Vorfall aufmerksam. Es soll deshalb zu einem Gespräch mit dem Fanprojekt gekommen sein in dem erklärt wurde dass aus Versehen beim Abdecken der Werbung auch dieses Transparent dran glauben musste.
Günther Oettinger soll EU-Kommissar bleiben.

24.06.2014. Japan verliert 1:4 gegen Columbien in Cuiaba, Griechenland gewinnt 2:1 gegen die Elfenbeinküste in Fortaleza, Italien verliert 0:1 gegen Uruguay in Natal und darf nach Hause gehn, Costa Rica spielt 0:0 gegen England in Belo Horizonte.
Im Bundestag steht ein Eilverfahren zum Lebensversicherungsreformgesetz an.
Im Westjordanland (Israel) werden seit dem 12. Juni 3 Teenager die Trampen wollten vermisst. Bei der Suche wurden laut Benjamin Netanjahu (Premierminister von Israel) fünf Palästinenser "aus Versehen" erschossen. 300 Palästinenser, angeblich fast alle Hamas-Sympatisanten, wurden festgenommen.
Die Iberia-Maschine mit der spanischen Nationalelf wird auf dem Rückflug aus Madrid von Blitz getroffen. Für die Insassen wurde es jedoch nicht gefährlich.

Edward Snowden
25.06.2014. Honduras verliert 0:3 gegen Schweiz in Manaus, Ecuador spielt 0:0 gegen Frankreich in Rio de Janeiro, Nigeria verliert 2:3 gegen Argentinien in Porto Alegre, Bosnien-Herzegowina gewinnt 3:1 gegen den Iran in Salvador.
Heiko Maas (Bundesjustizminister) möchte das Leistungschutz(un)recht für Presseverleger verschärfen.
Als am Tag der Europawahlen 30 rechtsextreme der Partei "Die Rechte" das Rathaus stürmen wollten stellten sich Politiker anderer Parteien davor. Auf sie wurde eingeschlagen und es flogen Flaschen. Die braune Suppe musste jedoch draussen bleiben. Nun wurde ein Bericht vom Innenministerium unter Thomas Die Misere veröffentlicht. Dort wird behauptet dass "Anhänger der bürgerlich/linken Gruppierung" Lücken in der Polizeikette ausgenutzt hätten, um Angehörige der rechten Gruppierungt mit Schlägen und Tritten zu attakieren. Dadurch wären die Emotionen bei dem rechten Pack immer wieder angeheizt worden und eine völlige Befriedung hätte deshalb nur durch den Einsatz weiterer Kräfte zur Trennung der Parteien sichergestellt werden können.
Die Internet-Infrastruktur des Deutschen Bundestags wird teilweise von der deutschen Tochter des US-amerikanischen Telekommunikationskonzern Verizon betrieben. Dabei haben die Enthüllungen von Edward Snowden (Ex-Mitarbeiter der NSA) soeben gezeigt dass Verizon von der National Security Agency (NSA) mehr oder weniger zu enger Kooperation gezwungen wird.
Gegen den Protest der Oppositionsparteien hat die Regierung den neuen Entwurf zur Reform des EEG kurz nach der Veröffentlichung in den zuständigen Bundestagsausschüssen durchgewunken. Am Freitag (27.) soll es im Bundestag beschlossen werden.
Im Bundestag steht an: Haushaltsdebatte, Aufstockung des BND-Etats, deutscher Bundeswehr-Einsatz in Mali und im Libanon, die zugehörige Bundestagsdrucksache 18/1023  wurde noch nicht veröffentlicht

26.06.2014. USA verliert 0:1 gegen Deutschland in Recife. Portugal gewinnt 2:1 gegen Ghana in Brasilia,und darf trotzdem mit Ghana zusammen nach Hause fahren. Südkorea spielt 0:1 gegen Belgien in São Paulo, Algerien spielt 1:1 gegen Russland in Curitiba.
Es steht eine Entscheidung über 60 Millionen für den digitalen Behördenfunk an. Das alte Fass ohne Boden, statt ein Präferenzgesetz für den Mobilfunk, der den Behörden Sonderrechte in der Handynutzung einräumt und so die billig anzumietende reguläre Infratsruktur nutzt.

Freitag, 27.06.2014. Beim geplanten Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro gibt es entgegen den Versprechungen offenbar doch Ausnahmen für Spargelstecher und Praktikanten. Das Gesetz soll in der nächsten Woche verabschiedet werden.

Kein Spiel aber im Bundestag stehen folgende Entscheidungen an:
  • EEG Kastration. Ab August sollen zunächst 30% der EEG-Umlage auf neue Anlagen die der Eigenversorgung von Privathaushalten oder Unternehmen mit Ökostrom dienen anfallen. Ab 2017 35% und ab 2017 40%. 
  • Beim Fracking schafft es Sigmar Gabriel (SPD - Wirtschaftsminister) nicht mehr rechtzeitig. Offenbar ist Barbara Hendricks (SPD - Umweltministerin) doch nicht so leicht abzukochen wie er vorher vermutet hat. Eine Kampagne von Campact läuft mit 300.000 Unterschriften deshalb ins Leere.
  • Privilegien und Subventionen für EVUs,
  • Änderung der Abstandsflächen von Windanlagen zur Wohnbebauung, Bayern soll hier die Abstände erhöhen können und so die möglichen Flächen reduzieren, 
  • aus dem Haushaltstitel Tit. 575 09 "Disagio auf Bundesanleihen und andere Schuldtitel" verschwinden auf ominöse Art und Weise über eine Milliarde
  • Euro an geplanten Einnahmen, reduziert sich die Ausgabe neuer Titel derart ungeplant, warum schrumpft dann die avisierte Neuverschuldung nicht in gleichem Maß?
  • im Schienennetz wird eine Viertel Milliarde aus dem Neubau in die Instandhaltung umgeschichtet, ist das der Ausstieg aus S21?
Achtelfinale

Flitzer
28.06.2014. Brasilien gewinnt nach Elfmeterschießen mit 3:2 gegen Chile in Belo Horizonte. Kolumbien macht Uruguay mit 2:0 in Rio de Janeiro platt.
Zensursula will waffenfähige Drohnen anschaffen und die FIFA zensiert Flitzer.

29.06.2014. Niederlande gewinnt 2:1 gegen Mexiko in Fortaleza. Costa Rica gewinnt nach Elfmeterschießen 5:3 gegen Griechenland Recife.

Nicolas Sarkozy
30.06.2014. Frankreich gewinnt gegen Nigeria mit 2:0 in Brasilia und Nicolas Sarkozy (Ex-Präsident von Frankreich) wandert in den Knast wegen dem Verdacht, sich illegal Informationen aus einem laufenden Gerichtsverfahren besorgt zu haben. Deutschland gewinnt 2:1 nach Verlängerung gegen Algerien in Porto Alegre.
Der Berliner Flughafen verteuert sich noch einmal um 1,1 Mrd. Euro auf 5,4 Mrd. Euro.

01.07.2014. Argentinien gewinnt nach Verlängerung 1:0 gegen die Schweiz in São Paulo und Belgien gegen gewinnt 2:1 nach Verlängerung gegen die USA in Salvador.
Japan reformiert die pazifistische Verfassung und erlaubt dem Militär wieder das Recht zu Militäreinsätzen im Ausland. Dirk Niebel (Mövenpickpartei - Ex) wird Cheflobbyist beim Rüstungskonzern Rheinmetall. Zudem ist offenbar das Sturmgewehr G36 von Heckler & Koch Kagge und trifft sobald es ein bisserl wärmer wird nicht mehr, sollte also nur in Sibirien oder so eingesetzt werden. Lothar die Misere (Bundesinnenminister und Ex-Kriegsminister) und Zensursula (Kriegsminister) geht das jedoch wie festzustellen ist am Allerwertesten vorbei.

Pistole SIG 225
02.07.2014. Die Rüstungskonzerne Krauss-Maffei Wegmann und Nexter wollen fusionieren und Volker Rühe (Ex-Kriegsminister) will das Einmarschieren in andere Länder erleichtern damit Deutschland wieder wer ist.
Michael Hartmann (SPD - Innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion) tritt nach einer Drogenrazzia im Zusammenhang mit Chrystal-Meth zurück. Er ist nach Sebastian Edathy in diesem Jahr schon der zweite Politiker der SPD welcher für die Kontrolle der Geheimdienste zuständig war und unter dubiosen Umständen zurücktreten musste.

Bier
03.07.2014. Der Waffenhersteller Sig Sauer aus Eckernförde soll deutsche Behörden getäuscht haben um illegal Pistolen in das Bürgerkriegsland Kolumbien zu verschieben.
Der Gesetzentwurf zur Bestimmung weiterer "sicherer Herkunftsstaaten" ist vor zwei Tagen kuzrfristig in einer Sondersitzung des Innenausschusses beantragt worden und wurde heute mit den Stimmen der GrKotzilation im Bundestag beschlossen. Mit dem Gesetz soll das Asylrecht für Personen aus den Balkanstaaten ausgehebelt werden.
Zudem wurde im Bundestag ein einheitlicher Mindestlohn ab 1. Januar 2015 beschlossen. Für Jugendliche unter 18 Jahren gilt das jedoch nicht. Zudem sind Sonderregelungen für Praktikanten, Langzeitarbeitslose, Erntehelfer und Zeitungsboten geplant.
Auch eine neue Regelung für den Doppelpass von Kindern ausländischer Eltern wurde abgesegnet. Wenn die Kinder in Deutschland geboren sind und bis zum 21. Geburtstag mindestens 8 Jahre in Deutschland gelebt haben oder hier 6 Jahre in die Schule gegangen sind dürfen sie in Zukunft 2 Staatsangehörigkeiten besitzen.
Laut Thomas Drake (Ex-Mitarbeiter der NSA) hat der BND Daten für den Drohnenkrieg der USA geliefert und damit gegen das Grundgesetz verstoßen.
Die FIFA hat entgegen dem Willen von Brasilien (wo das verboten war) durchgedrückt dass in den Stadien das Bier des Sponsors verkauft werden darf und wundert sich über Ausraster von Betrunkenen.

Viertelfinale



Zentrum von La Paz in Bolivien
04.07.2014. Brasilien gewinnt 2:1 gegen Kolumbien in Fortaleza und Frankreich wird von Deutschland mit 0:1 in Rio de Janeiro nach Hause geschickt.
In Belo Horizonte ist eine Brücke, die für die Fussball-WM gebaut wurde eingestürzt. Dabei starben mindestens 2 Personen und etwa 20 Menschen wurden verletzt. 2 LWK, ein PKW und ein Bus wurden teilweise unter tonnenschweren Betonbauteilen begraben.
In Bolivien wird Kinderarbeit ab 10 Jahren legalisiert weil es laut Evo Morales (Premierminister) "Teil der Kultur" ist. Etwa 850.000 Kinder in dem Land müssen arbeiten um zum Lebensunterhalt der Familien beizutragen.
Vom Bundestag wurde schnell noch die Reform der Lebensversicherungen beschlossen. Damit werden Altkunden mit abgespeckten Zinsversprechen enteignet. Auch der Garantiezins für Neuverträge soll sinken.

05.07.2014. Niederlande gewinnt nach Elfmeterschießen 4:3 gegen Costa Rica in Salvador + Argentinien gewinnt 1:0 gegen Belgien in Brasilia.

06.07.2014. Vor 5 Tagen wurde ein BND-Mitarbeiter der Abteilung "Einsatzgebiete/Auslandsbeziehungen" verhaftet der offenbar als Doppelagent für den US-amerikanischen Geheimdienst CIA gearbeitet hat und bis vor 5 Tagen geheime Dokumente zum NSA-Untersuchungsausschuss an die USA weiterleitete. Er soll sich selbst der US-Botschaft in Berlin per E-Mail angeboten haben. Bei insgesamt 3 Treffen mit Kontaktmännern hat er anscheinend 25.000 Euro für den Verrat erhalten.

Halbfinale

08.07.2014. Brasilien geht mit 1:7 gegen Deutschland in Belo Horizonte völlig unter, muss aber als Gastgeber natürlich nicht nach Hause fliegen. Nach dem Spiel kommt es in Rio de Janeiro und Belo Horizonte zu Ausschreitungen. Es gibt Überfälle und Diebstähle, mehrere Fahrzeuge werden in Brand gesteckt. einige Personen werden festgenommen.



Dr. CTRL-C Guttenberg
 09.07.2014. Niederlande verliert mit 2:4 nach Elfmeterschiessen gegen Argentinien in São Paulo.
Heute regt man sich künstlich auf weil im Kriegsministerium wohl ein US-Spitzel entdeckt wurde - während es zu Dr. CTRL-C Guttenbergs Zeiten als Kriegsminister keine Sau interessiert hat wenn direkt von ganz oben berichtet wurde.
Der Volksverhetzer Udo Voigt wurde Mitglied im EU Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres.
In Israel wird das Atomwaffenzentrum Negev Nuclear Research Center bei Dimona in der Negev-Wüste von Palästinensern mit Raketen beschossen.
Im Irak klaut die Terrorgruppe ISIS etwa 40 Kilogramm Uran.

11.07.2014. Joachim Gauck (Bundespräsident) unterschreibt noch schnell vor dem Ende der Fussballweltmeisterschaft das Gesetz über die Diätenerhöhung der Bundestagsabgeordneten. Rückwirkend zum 1. Juli steigen die Diäten damit von 8252 auf 8667 Euro pro Monat und Anfang 2015 weiter auf 9082 Euro.

Spiel um Platz 3+4

12.07.2014. Brasilien verliert 0:3 gegen die Niederlande in Brasilia und verpasst damit auch verdient den dritten Platz.

Finale

13.07.2014. Deutschland wird mit einem 1:0 in der Verlängerung gegen Argentinien in Rio de Janeiro zum vierten Mal Weltmeister.

28.07.2014. Die Fußballweltmeisterschaft war in Deutschland für Unbeteiligte gefährlicher als die Bundesliga. Im Zusammenhang mit der WM kam es offenbar laut der "Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze" zu genau 2888 registrierten Straftaten.
485 Mal kam es zu Körperverletzungen. Insgesamt wurden bei den Feiern bundesweit 730 Menschen verletzt. Dabei 348 Unbeteiligte, 252 Störer, 106 Polizeibeamte und 24 Ordner.  Während es in der gesamten Bundesligasaison 2012/13 gab es "nur" 998 Verletzte.
213 Mal gab es Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz, 33 Mal wurden "Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" verwendet. In Frankfurt an der Oder wurden von randalierenden Jugendlichen nach dem Finale Scheiben eingeschlagen und "Sieg Heil!" gerufen. Auf der Leopoldstrasse zeigten Neonazis den "Hitlergruß".
P.S. Die Toten von Katar habe ich auch nicht vergessen!

Bilder aus Wikimedia Commons
  • Briefmarke FIFA, Lizenz: Public Domain, Urheber: Andrea Acker für das Bundesministerium der Finanzen und die Deutsche Post AG
  • Inés Sainz Gallo de Pérez, Lizenz: Pubic Domain, Urheber: McOil
  • Kokapflanze bei La Cumbre, Kolumbien, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, Urheber: Darina
  • Airbus A340, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Deutschland, Urheber: Thomas Liebenberg
  • Karte von Nordostnigeria, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, Urheber: Domenico-de-ga in der deutssprachigen Wikipedia
  • Polizei in  São Paulo, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic, Urheber: FML
  • Kronprinz Felipe mit Ehefrau Letizia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, Urheber: Holger Motzkau
  • Hope Solo, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, Urheber: Ampatent
  • Bananenstaat Deutschland, Lizenz: Public Domain, Urheber: Gar Nix
  • Edward Snowden, Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported, Urheber: https://www.youtube.com/user/TheWikiLeaksChannel
  • Kein Rassismus, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, Urheber: Tournaire et MRAP Vitrolle Confucius17
  • Flitzer, Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic, Urheber: Alex Kehr
  • Nicolas Sarkozy, Lizenz: Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.5 generisch“ (US-amerikanisch), Urheber: א (Aleph)
  • Pistole SIG 225, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication, Urheber: Viking07
  • Bier, Lizenz: Public Domain, Urheber: Flo422 
  • Zentrum von La Paz in Bolivien, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication, Urheber: Wilfredo R. Rodriguez H.
  • Dr. CTRL-C Guttenberg, Lizenz: CC0 1.0 Verzicht auf das Copyright, Urheber: Christoph Braun
Quellen
28.07.2014, Welt, Polizeibericht, Die gewalttätige Seite der Fußball-WM
11.07.2014, Tagesschau, Bundespräsident bewilligt Diätenerhöhung, Geprüft, gezögert - und unterschrieben
09.07.2014, Heise, Spionageaffäre, US-Spitzel auch bei von der Leyen?
09.07.2014, Tagesschau, Nach WM-Spiel, Ausschreitungen in Brasilien
06.07.2014, Tagesschau, Affäre um BND-Mitarbeiter, Doppelagent soll für CIA spioniert haben
04.07.2014, Zeit, NIEDRIGZINSEN, Bundestag bringt umstrittene Reform der Lebensversicherungen durch
04.07.2014, FAZ, Neues Gesetz, Bolivien erlaubt Kinderarbeit ab zehn Jahren
04.07.2014, Sueddeutsche, WM-Spielort in Brasilien, Tote bei Brückeneinsturz in Belo Horizonte
04.07.2014, Sueddeutsche, Aussage von Ex-NSA-Mitarbeiter in Untersuchungsausschuss, Bundesnachrichtendienst als "Wurmfortsatz der NSA"
03.07.2014, Zeit, BIERTRINKEN IM STADION, Die Fifa hat ein Alkoholproblem
03.07.2014, Sueddeutsche, Regierungskompromiss, Bundestag reformiert Doppelpass-Regelung
03.07.2014, Welt, BUNDESTAG, Nur fünf Stimmen gegen den Mindestlohn
03.07.2014, Spiegel, Zuwanderungsreform, Bundestag beschließt strengeres Asylrecht
03.07.2014, Greenpeace, Die Regierungskoalition peitscht den Gesetzentwurf zu „sicheren Herkunftsstaaten“ im Schnellverfahren durch
03.07.2014, Sueddeutsche, Waffenexporte von Sig Sauer, Deutsche Waffen-Firma unter Verdacht
02.07.2014, Stern, Crystal-Meth-Vorwurf,  SPD-Politiker Hartmann tritt nach Drogen-Razzia zurück
02.07.2014, Zeit, Bundeswehr,Rühe will Bundeswehreinsätze schneller möglich machen
02.07.2014, Tagesschau, De Maizières Rolle bei G36-Problemen, Am Hindukusch im Stich gelassen?
02.07.2014, Sueddeutsche, Krauss-Maffei Wegmann und Nexter, Deutsch-französische Panzerschmiede geplant
01.07.2014, Sueddeutsche, Neuer Rheinmetall-Cheflobbyist, Anschlussverwendung für Dirk Niebel
01.07.2014, Spiegel, Bestechungsprozess, Nicolas Sarkozy in Polizeigewahrsam
01.07.2014, Spiegel, Reform der pazifistischen Verfassung, Japans Militär bekommt das Recht zu Auslandseinsätzen
30.06.2014, Sueddeutsche, Berliner Pannenflughafen, Noch einmal 1,1 Milliarden für den BER
29.06.2014, Spiegel, Fifa-Fernsehpolitik bei der WM, DFL-Chef Rettig beklagt Zensur von Flitzern
28.06.2014, Spiegel, Von der Leyens Vorstoß, Bundeswehr soll waffenfähige Drohnen bekommen
27.06.2014, FAZ, Mindestlohn, Sonderregeln für Praktikanten und Spargelstecher
27.06.2014, Tagesschau, Bundestag stimmt der EEG-Reform zu, Was kostet uns der Strom der Zukunft?
25.06.2014, taz, Neues Erneuerbare-Energien-Gesetz, Schwarz-Rot winkt die Reform durch
25.06.2014, Sueddeutsche, Bericht über Polizeieinsatz in Dortmund, Böse Demokraten, liebe Neonazis
24.06.2014, Spiegel, Rückflug nach WM-Aus, Spaniens Nationalelf vom Blitz getroffen
24.06.2014, Spiegel, Suche nach israelischen Teenagern, Die abgeriegelte Stadt
24.06.2014, Sueddeutsche, Fracking im Bundestag, Gibt's doch gar nicht
24.06.2014, Tagesschau, Kompromiss bei Ökostrom-Förderung, EEG-Umlage für Selbstversorger kommt
23.06.2014, Spiegel, Verdeckter Schriftzug, DFB überklebt erneut Anti-Rassismus-Plakat
23.06.2014, taz, Kommentar Geld und Fifa-Funktionäre, Transparenz ist unerwünscht
23.06.2014, taz, Pressefreiheit während der WM, Journalisten leben gefährlich
22.06.2014, Sueddeutsche, Streit bei Familienfeier, US-Fußballstar Hope Solo festgenommen
20.06.2014, FAZ, Proteste in Brasilien, Demonstranten demolieren Luxusautos in WM-Stadt
20.06.2014, Welt, FORTALEZA, Deutsches Gastspiel in der gefährlichsten Stadt der WM
20.06.2014, Spiegel, Uno-Bericht, Mehr als 50 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht
19.06.2014, Sueddeutsche, Sorge um Datensicherheit, USA greifen nach Kontodaten europäischer Bürger
19.06.2014, Spiegel, Sicherheitspanne vor WM-Spiel, Das Fan-Chaos von Maracanã
19.06.2014, Sueddeutsche, Namensvetter von Felipe VI., Verhext, verrucht, verdorben
18.06.2014, Spiegel, Umstrittenes Waffengeschäft, Rheinmetall will Panzer für Algerien bauen
18.06.2014, Sueddeutsche, Giftspritzen-Exekution in den USA, Erneut zwei Todeskandidaten hingerichtet
18.06.2014, Tagesspiegel, Terror gegen Fußball-Fans, Mindestens 21 Tote bei Anschlag auf Public Viewing in Nigeria
18.06.2014, Zeit, VEREINTE NATIONEN, Von der Leyen will Bundeswehr auf Friedensmissionen einstellen
18.06.2014, taz, Umstrittene Fördermethode, Minister Wenzel will Fracking bändigen
18.06.2014, Spiegel, Anschlag in Nigeria, Selbstmordattentäter tötet Fußballfans bei Public Viewing
18.06.2014, Sueddeutsche, Entscheidungen im Bundestag, Gesetzemachen im WM-Taumel
18.06.2014, Sueddeutsche, Anschlag auf Fußballfans, Explosion bei Public Viewing in Nigeria
17.06.2014, Privatefly, CHARTERN SIE EINE A340-300
17.06.2014, Der Westen, WM 2014, Merkel in der Kabine - und auf einem Selfie mit Podolski
17.06.2014, Focus, Zur WM in Brasilien, Warum flog Merkel fast alleine im großen Regierungsjet?
17.06.2014, FAZ, Sozialpolitik, Schnelle Strafen für Hartz-IV-Sünder
16.06.2014, Sueddeutsche, Merkel in der deutschen Kabine, Gruppenbild mit Kanzlerin
16.06.2014, Sueddeutsche, Proteste in Brasilien, Polizei nimmt mehrere WM-Gegner fest
16.06.2014, Sueddeutsche, Fifa, Großkonzern im Gewand eines Sportvereins
16.06.2014, Sueddeutsche, Fußball-WM, Polizei setzt Tränengas gegen Demonstranten in Rio ein
16.06.2014, Telepolis, Brasilianische Militärpolizisten von BKA und LKA Niedersachsen ausgebildet
15.06.2014, Sueddeutsche, Unternehmer Reinhold Würth, Schraubenkönig fürchtet WM
15.06.2014, Sueddeutsche, Reaktion auf 90-Tage-Sperre, Beckenbauer will Fifa-Fragen beantworten
15.06.2014, taz, Drogen bei der Fußball-WM, „Karneval des Kokainkonsums“
15.06.2014, Focus, In zwielichtiger Gesellschaft abgelichtet, Mafioso-Foto bringt neue Probleme für Sepp Blatter
14.06.2014, Sueddeutsche, WM in Brasilien, Kritik am harten Vorgehen der Polizei
14.06.2014, Sueddeutsche, Inés Sainz - Ablenkung in Blond
14.06.2014, Spiegel, TV-Übertragung der WM-Eröffnung, Der verschwundene Protest
14.06.2014, Spiegel, Einzelhändler in Rio de Janeiro, WM-Bremse statt WM-Boom
14.06.2014, Telepolis, FIFA will Streams in Echtzeit ausknipsen - und zwar selbst
14.06.2014, Tagesschau, Überschwemmungen und Erdrutsche in Brasilien, Tote durch Unwetter in WM-Städten
13.06.2014, FAZ, Keine Kooperation mit Ethikkommission, Beckenbauer verzichtet nach Fifa-Sperre auf WM-Reise
13.06.2014, Stern, WM 2014, Brasiliens Party mit Beigeschmack
13.06.2014, Spiegel, Protest gegen Fußball-WM, Die Schwarzen gegen die Gelb-Grünen
13.06.2014, Tagesschau, Eröffnungsfeier der Fußball-WM, Hier die Party, da das Tränengas
13.06.2014, FAZ, Fußball-Kommerz,  China dominiert die WM auch ohne Mannschaft
12.06.2014, Tagesschau, TV-Übertragung im Iran abgesetzt, Gewinnspiele statt WM-Eröffnung
12.06.2014, Frankfurter Rundschau, Brasilien, WM-Karneval und Krawall
12.06.2014, FAZ, Brasilien in Zahlen, Mehr als ein 1:0
12.06.2014, FAZ, Fußball-Weltmeisterschaft, So viel Preisgeld schüttet die Fifa aus
12.06.2014, Spiegel, WM-Party gegen Fifa und Regierung, "Das ist unser Land"
12.06.2014, Sueddeutsche, Tag der WM-Eröffnung, Elf Tote durch Überschwemmungen in Brasilien
12.06.2014, Focus, Neue Regierungspläne, Solarstrom-Selbstversorger sollen EEG-Umlage zahlen
12.06.2014, Spiegel, Fußball-WM 2014, Brasilien im Fegefeuer
12.06.2014, Sueddeutsche, Tag der WM-Eröffnung, Bodenpersonal bestreikt Rios Flughäfen
12.06.2014, Sueddeutsche, Fußball-WM, Spiel in falschen Händen
11.06.2014, FAZ, Probt Brasilien noch einmal die Diktatur oder: Wie viele Eigentore schießt das Land mit seiner WM?
10.06.2014, Telepolis, Fracking-Gesetz jetzt - und zwar schnell
06.06.2014, Deutsche Wirtschaftsnachrichten, Brasilien: Straßenkinder passen nicht ins Bild der WM – und verschwinden
28.05.2014, Abendzeitung München, WM-Land: Mordrate in Brasilien 2012 deutlich gestiegen
28.05.2014, Welt, Brasilien, Der Kinderstrich boomt im Schatten der Fußball-WM

Donnerstag, 24. Juli 2014

Genitalverstümmelung - Beschneidung von Mädchen und Frauen


Werkzeug ehemaliger Beschneiderinnen aus Ostafrika
Bei der Beschneidung von Mädchen und jungen Frauen (auch Genitalverstümmelung genannt) werden weibliche Geschlechtsteile, oft ohne Betäubung und unter unhygienischen Bedingungen ganz oder teilweise entfernt. Diese "Operationen" werden sowohl an Säuglingen als auch an jungen Erwachsenen durchgeführt.
Es gibt verschiedene Arten der Beschneidung. Die Vorhaut wird entfernt, der gesamte Schwellkörper herausgeschnitten, die kleinen Schamlippen abgetrennt, die großen Schamlippen verstümmelt und mit Dornen oder Fäden verschlossen. Manchmal werden zusätzlich die Schamlippen zugenäht und nur eine kleine Öffnung gelassen. Als Werkzeuge dienen oft Glasscherben, stumpfe Rasierklingen oder Teile von Blechdosen.An den Folgen leiden die Frauen meist ein Leben lang.
Die Prozedur verursacht in den meisten Fällen starke Schmerzen und schwere körperliche und psychische Schäden. Die Eingriffe welche ohne medizinische Gründe durchgeführt werden finden in den meisten Fällen vor Beginn oder während der Pupertät statt. Mit der Beschneidung soll die sexuelle Lust gezügelt und die Chance auf eine Heirat erhöht werden. Sie ist ein Unterdrückungsinstrument.
Praktiziert wird die Beschneidung von Mädchen und Frauen noch in etwa 35 Ländern. Betroffen sind etwa 70 bis 150 Mio. Frauen. Pro Jahr werden weltweit etwa 3 Millionen Mädchen beschnitten. Verbreitet ist dieses blutige Ritual hauptsächlich in afrikanischen Ländern. In Ägypten sind 91% der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren beschnitten. Aber auch in Asien, im Mittleren Osten und bei Einwandererfamilien in Europa (500.000) und Nordamerika wird die Genitalverstümmelung praktiziert. Laut Schätzungen der Menschenrechtsorganisation leben in Deutschland etwa 30.000 betroffene Mädchen und Frauen. An 24.000 wurde der Eingriff schon vorgenommen. Rund 6000 Mädchen sind von der Beschneidung bedroht.
Im Juni 2013 wurde in Deutschland die Weibliche Genitalverstümmelung in einem Gesetz als eigener Strafbestand vom Bundestag verabschiedet. Trotzdem werden jedes Jahr viele Mädchen von ihren Müttern in die Heimat gebracht und kommen beschnitten zurück um, um das jedoch ahnden zu können, müsste der Eingriff zusätzlich in den Katalog für Auslandsstraftaten aufgenommen werden.
Aber auch in Deutschland werden Verstümmelungen vorgenommen. Beschneiderinnen sollen für kurze Zeit nach Deutschland kommen um mehrere Kinder auf einmal zu beschneiden. Ärzte rechtferigen sich damit dass sie es hygienisch und schmerzfrei mit Narkose machen würden, was besser wäre als wenn es im Heimatland unter unhygienischen Bedingungen gemacht werden würde.

24. Juli 2014. Laut Tagesschau haben im Irak haben sunnitischen Extremisten der IS (bisher ISIS) in den von Ihnen kontrollierten Gebieten eine Fatwa zur massenhafen Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen im Alter zwischen 11 und 46 Jahren in den von ihnen kontrollierten Gebieten verhängt. Die UN schätzt dass dies 4 Mio. Mädchen und Frauen sein könnten. Bisher soll das Herumschnippeln an Frauen und Mädchen nur in einigen  isolierten Regionen üblich gewesen sein. Der Spiegel widerspricht dem und meint dass diese Fatwa gefälscht wäre.

19. Juni 2014. Zum ersten Mal soll in Ägypten ein Prozess wegen der Beschneidung von Frauen geführt. werden Am 6. Juni 2013 brachte Mohammed al-Bataa seine 13-jährige Tochter Suhair zum Arzt damit dieser ihre Klitoris verkleinern sollte. Zwei Jahre zuvor hatte der Arzt diese Operation bereits bei Suhairs älterer Schwester Amira vorgenommen. Der Vater sah seine Tochter zum letzten Mal lebend als sie mit 3 anderen Mädchen in den Operationsraum gebracht wurde.
Woran sie gestorben ist weiß man nicht ganz sicher. Wenn Keime in die Wunde kommen kann das zu einem tödlichen septischen Schock führen. Vielleicht ist Suhair auch verblutet. Der forensische Bericht erwähnt eine Allegie auf Penizillin aber mit keinem Wort die Genitalverstümmelung. Laut UNICEF werden zur Tarnung der eigentlichen Todesursache "Genitalverstümmelung" in Ägypten oft andere Gründe angegeben. Daher weiß niemand wie viele Mädchen und Frauen bei diesem Eingriff sterben.
Die Eltern von Suhair zeigten den Arzt sofort wegen einem tödlichen Behandlungsfehler an. Sich selbst waren sie keines Unrechts bewusst. Seitdem der Vater auch angeklagt wurde bestreitet er ganz plötzlich dass bei seiner Tochter die Klitoris entfernt werden sollte. Ihm drohen jetzt eine Geldstrafe von 500 Euro oder zwischen drei Monaten und zwei Jahren Haft.

15. April 2014. Zum ersten Mal wird in Großbritannien ein Prozess wegen der Beschneidung von Frauen geführt. Dhanuson Dhamarsena (Arzt aus London) soll im November an einer frisch entbundenen Mutter im Londoner Whittington-Krankenhaus eine Genitalverstümmelung durchgeführt haben. Nach Angaben der staatlichen Gesundheitsbehörde NHS leben in Großbritannien etwa 66.000 Frauen mit beschnittenen Genitalien. 24.000 Mädchen unter 15 Jahren sind davon bedroht.

07. September 2013. Waris Dirie wird voraussichtlich am 11. September 2013 in Berlin-Zehlendorf im Krankenhaus Waldfriede das "Desert Flower Center" eröffnen. Es wird das europaweit erste medizinische Zentrum für genitalverstümmelte Frauen sein, das eine ganzheitliche Behandlung der Opfer anbietet. Neben chirurgischen und medizinischen Maßnahmen gibt es auch psychologische Betreuung.

05. Juli 2013. Der Bundesrat verabschiedet das Gesetz gegen Genitalverstümmelung (Telepolis).

27. Juni 2013. Der Bundestag hat ein Gesetz gegen Genitalverstümmelung verabschiedet. Es ist in Zukunft ein eigener Strafbestand und wird in Deutschland dann mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft (Tagesschau). Bisher fiel die Weibliche Genitalverstümmelung in Deutschland unter den Strafbestand der gefährlichen, maximal schweren Körperverletzung.

06. Februar 2013. Genitalverstümmelung - ein Betrug an Müttern und Töchtern (taz). Es werden offenbar langsam etwas weniger Frauen und Mädchen verstümmelt. In den 29 Ländern wo die Beschneidung von Frauen hauptsächlich praktiziert wird sind durchschnittlich noch 36 % der Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren verstümmelt, bei den 45 bis 49-jährigen Frauen sind es noch 53% (Tagessschau).

31. Januar 2013. In Indonesien hat Maruf Amin (Chef des Ulema-Religionsgelehrtenrats (Majelis Ulama Indonesia ((MUI))) alle Ärzte uns Krankenhäuser des Landes dazu aufgefordert, sich elterlichen Wünschen nach einer Beschneidung von Töchtern trotz der UN-Resolution nicht zu verweigern.
Gesetzlich geregelt ist Mädchenbeschneidung in Indonesien erst seit drei Jahren. Dem MUI gelang es damals durch Druck auf die Regierung aus eiener Vorschrift zur Bekämpfung der Genitalverstümmelung eine Erlaubnis für zugelassene Ärtze zu machen. Von den Ärzten darf nun der vordere Teil der Klitorisvorhaut entfernt und der traditionell verbreitete Stich mit einem Stück Bambus durchgeführt werden (Telepolis).

04. Januar 2013. Am 20. Dezember 2012 wurde von der UN-Vollversammlung eine Resolution gegen weibliche Genitalverstümmelung erlassen. In dieser sprechen sich alle 194 Mitgliedsstaaten zur Erlassung entsprechender Gesetze und der Überwachung dass sie Eingehalten werden aus (Telepolis).

29. November 2012. In der Schweiz hat die Genitalverstümmelung von Mädchen laut UNICEF in den letzten Jahren weiter zugenommen. Seit 2001 ist die Zahl um 4000 auf 10.700 angestiegen (20min.ch).

12. Juni 2012. Ein Forscherteam um den französischen Wissenschaftler Pierre Foldès berichtet im britischen Fachmagazin "The Lancet" von einer neuentwickelten Behandlungstechnik mit der die Schmerzen von genital verstümmelten Frauen gelindert und ihnen sexuelles Lustempfinden zurückgegeben werden kann. Weil die Klitoris zum größten Teil innerhalb des weiblichen Körpers liegt wird in der Regel bei der Beschneidung "nur" die äußerste Spitze verstümmelt. Die neue Operationstechnik holt einen Teil der versteckten Klitoris wieder heraus.
Für die Studie wurden 841 Frauen, die sich zwischen 2008 und 2009 in Frankreich einer Klitoris-Operation unterzogen hatten befragt. 35% der Frauen haben danach regelmäßig oder zumindest eingeschränkt Orgasmen, die Hälfte die vorher nur eingeschränkt Höhepunkte hatte, erleben danach regelmäßige. Nur bei wenigen Patientinnen trat eine Verschlechterung ein. Bei den meisten haben auch die Schmerzen nachgelassen.
Das Problem dabei ist dass die Opfer kaum Zugang zu der wiederherstellenden Chirurgie haben. In vielen Ländern gilt das als Schönheitsoperation. Zudem wissen viele Frauen nichts davon  (Welt, Stern).

02. Juni 2012. In Frankreich wurde ein Paar aus Guinea wegen der Beschneidung ihrer 4 Töchter  verurteilt. Der Vater zu 5 Jahren Haft, davon 3 auf Bewährung, die Mutter zu 4 Jahren Haft, davon 2,5 Jahre auf Bewährung (Spiegel).

10. Februar 2011. Weltweit sind laut einer Schätzung der WHO etwa 100 Mio Frauen und Mädchen beschnitten. Jedes Jahr werden es 3 Millionen mehr. In  Deutschland leben etwa 20.000 genitalverstümmelte Frauen. Etwa 5.000 Frauen und Mädchen sind in Deutschland davon bedroht. Tendenziell soll der Anteil der Frauen die ihre Töchter beschneiden lassen wollen sinken (Spiegel).

12. Februar 2010. Der Bundesrat will härtere Strafen für Genitalverstümmelung einführen (Welt). 

06. Februar 2010. Verstümmelung als Tradition (Stern). Bilderstrecke Waris Dirie - Die Mädchen müssen geschützt werden (Stern). Bilderstrecke "Als Kadi unter das Messer kam" (Stern). 

05. Februar 2010. Morgen ist Aktionstag gegen Genitalverstümmelung (taz). 

23. Dezember 2009. Aus Protest gegen die Beschneidung seiner zwölfjährigen Tochter nimmt sich ein kenianischer Familienvater vom Stamm der Massai das Leben nachdem er das Kind zu Verwandten geschickt hat damit sie zum Zeitpunkt der Zeremonie nicht zuhause ist (Spiegel). 

21. Dezember 2009. Rüdiger Nehberg will das grausame Ritual gemeinsam mit Islamgelehrten abschaffen und kann wohl bereits erste Erfolge vorweisen (Welt). 

23. September 2009. Genitalverstümmelung in Afrika. Morgen kommt der Film "Wüstenblume" nach dem gleichnamigen Buch des früheren Topmodels Waris Dirie in das Kino. Sie hatte damit ihre eigene Beschneidung öffentlich gemacht. In Deutschland leben laut Schätzungen des  Statistischen Bundesamtes 17.000 beschnittene Frauen und Mädchen. Mehr als 5000 sind davon bedroht (Sueddeutsche, Stern, taz). 

17. September 2009. Weltweit sind 140 Millionen wurden Frauen und Mädchen verstümmelt. Jährlich kommen 3 Millionen dazu (Welt). 

15. Mai 2009. Gesetzentwurf die Verjährungsfrist heraufzusetzen bleibt fruchtlos und wird vor den Wahlen im Herbst mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mehr durchgeführt werden (Spiegel).

20. Februar 2009. Fadma Korn - Eine Frau die als Kind in Somalia beschnitten wurde (Sueddeutsche).

15. Februar 2009. In Osten von Sierra Leone rund 200 Kilometer von Freetown wurde die Journalistin Manja Balama-Samba bedroht und nackt durch die Stadt Kenemas (Spiegel) gejagt weil sie zuvor in Radiosendungen kritisch über Genitalverstümmelungen berichtet hatte. Die Chefin der Bondo-Geheimgesellschaft von Beschneiderinnen, Haja Massah Kaisamba, bekannte sich offen zu der Verschleppung.
In Deutschland ist die illegale Beschneidung von Mädchen auch ein Thema. Mindestens 20.000 Betroffene sollen hier leben.

6. Februar 2009. Tag gegen Mädchenbeschneidung. Im Senegal haben bisher 1600 von 5000 Dörfern die Mädchenbeschneidung abgeschafft (Stern).

2008. In Ägypten wird die Genitalverstümmelung von Frauen verboten. Eine offizielle Erhebung kommt zu dem Ergebnis, dass fast jede Ägypterin, 91 Prozent, davon betroffen ist. Eine höhere Rate gibt es laut einer Statistik der UNICEF weltweit nur in Somalia (98 Prozent), Guinea (96 Prozent) und Dschibuti (93 Prozent).

1985. Die Frauen- und Mädchenbeschneidung (Female Genital Mutilation (FGM)) wird in Großbritannien mit hohen Strafen belegt.

1985. Die Frauen- und Mädchenbeschneidung (Female Genital Mutilation (FGM)) wird in Großbritannien verboten.

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Bilder aus Wikimedia Commons
Werkzeug ehemaliger Beschneiderinnen aus Ostafrika, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, Urheber: Michael Rückl, Arzberg - August 2004

Quellen
24.07.2014, Spiegel, Genitalverstümmelung von Frauen, Uno fällt offenbar auf falsche Fatwa herein
24.07.2014, Tagesschau, Befehl im irakisch-syrischen "Kalifat", IS will Frauen genital verstümmeln
07.06.2014, Spiegel, Erster Prozess wegen Genitalverstümmelung, Suhair starb mit 13 Jahren
01.05.2014, taz, Prozess wegen Genitalverstümmelung, „Wir sind halb Teufel, halb Kind“
25.11.2013, Focus, EU-Bericht enthüllt, Tausende Fälle von Genitalverstümmelung in Deutschland
25.11.2013, Zeit, GENITALVERSTÜMMELUNG, Der Nil heilt die Wunden nicht
09.09.2013, Focus, Berliner Klinik hilft Frauen mit Genitalverstümmelung
07.09.2013, Tagesspiegel, Waris Dirie über weibliche Genitalverstümmelung, "Es ist ein Verbrechen an unschuldigen Mädchen"
07.09.2013, Tagesspiegel, Weibliche Genitalverstümmelung, Schnitte in Körper und Seele
27.06.2013, Welt, Genitalverstümmelung, Wenn eine zugenähte Vulva Normalität bedeutet
06.02.2013, Welt, Genitalverstümmelung, "Die Klinge war stumpf, die Hebamme blind"
Wikipedia, Weibliche Genitalverstümmelung