Dienstag, 18. Juni 2013

NSU - Der Prozess 18.06.2013 - Tag 11



NSU-Prozess: Übersicht, Tag 12 , 3456789, 10, 11, 12, 13, 14





In der letzten Nacht wurde bekannt, dass vom Generalbundesanwalt offiziell gegen Beate Zschäpe Ermittlungen wegen dem in der letzten Woche bekannt gewordenen Rohrbombenanschlag in Nürnberg eingeleitet hat. Man geht davon aus dass bei dem Anschlag der Wirt getötet werden sollte.
Vor dem Justizgebäude steht heute kein Satelliten-Übertragungswagen mehr. Es gibt auch keine Demonstranten mehr. Die Besucher auf der Zuschauertribüne verlieren sich. Im Saal A101 ist der Alltag angekommen.

9 Uhr 50. Der Gerichtstag beginnt. Richter Manfred Götzl fängt mit der Feststellung der Anwesenheit aller Beteiligten an. Danach fügt Carsten Sch. seiner Aussage noch eine Ergänzung hinzu. Daniel S. aus der rechten Szene hat ihn nach dem Ausstieg offenbar angesprochen ob er noch Kontakt zu "den Dreien" habe. Zudem hat er offenbar mit Sandro T. über das Trio gesprochen.

10 Uhr 05. Antonia von der Behrens (Anwältin der Hinterbliebenen des Mordopfers Mehmet Kubaşık), beginnt mit der Befragung von Carsten Sch. Sie möchte wissen wie er in die rechte Szene kam und die der "Nationale Widerstand Jena" und der "Thüringer Heimatschutz" strukturiert waren. Sch. erinnert sich jedoch nur daran dass von ihnen "schwarze T-Shirts" gedruckt wurden. Er zählt noch ein paar Namen von Personen, die dabei gewesen sein soll auf. Diese gehörten jedoch nicht zu dem Umfeld des späteren Terror-Trios.
Laut einem Zeugen, der bei einer Schulung dabei gewesen ist, soll Carsten Sch. auf Einhaltung von Regeln wie Rauch- und Alkoholverbot geachtet haben. An eine DGB-Veranstaltung, die offenbar 1998 vom THS gestört wurde kann er sich nicht erinnern. In Saalfeld hat er aber offenbar an einem "Trauermarsch" für einen erstochenen Skinhead teilgenommen.

10 Uhr 30. Zwischen Landesverfassungsschutz und Bundesverfassungsschutz wurde in der Szene offenbar nicht unterschieden. Die Neonazis gingen davon aus dass sie abgehört wurden und waren daher am Telefon vorsichtig. Auch wenn "Kameraden" einen ausfragen wollten wurde er verdächtigt, für den Verfassungsschutz zu arbeiten.

10 Uhr 39. In der Szene gab es offenbar Warnungen, dass bald Festnamen geplant waren. Diese kamen offenbar von André Kapke oder Tino Brandt.
Anwältin von der Behrens zitiert aus einer Aussage einer Zeugin bei einer Vernehmung: André Kapke und Ralf Wohlleben wären "die krankesten Hirne" gewesen. Wer einen Döner gegessen hatte "musste 10 Liegestützen machen und wurde ausgepeitscht. An das kann sich Sch. jedoch angeblich nicht erinnern.
Dann fragt sie ihn, wann er den letzten Kontakt zu dem Terror-Trio hatte. Wie so oft bleibt er auch hier vage. Die SIM-Karte, mit der er Kontakt zu den Dreien gehalten hatte, will er zusammen mit Wohlleben vernichtet haben.

10 Uhr 56. Der Ausstieg aus der rechten Szene soll im November/Dezember 2000 erfolgt sein. Er habe jedoch zunächst nichts mit seiner Homosexualität zu tun gehabt. Es soll einfach weil er erkannt habe, dass "die ganze Sache keinen Sinn" mache gewesen sein. Wohlleben soll erfolglos versucht haben, ihn umzustimmen. Über das weitere Vorgehen bezüglich der Untergetauchten soll nicht gesprochen worden sein. Sch. hat seiner Aussage nach zugesichert, nichts über die Drei zu  sagen. Ein Aussteigerprogramm wäre ihm vom Verfassungsschutz nicht angeboten worden.

11 Uhr 03. Zehn Minuten Pause.

11 Uhr 16. Sebastian Scharmer (Zweiter Nebenklage-Anwalt der  Familie Kubaşık fragt, warum Sch. nicht in die Bundeswehr aufgenommen wurde. Mutmaßlich wurde seine Einberufung von der Bundeswehr wegen seiner Mitgliedschaft in der NPD zurückgezogen. Sch. erhob jedoch gegen den Bescheid Einspruch. Seiner Aussage nach wollte er wegen dem Geld dienen.
Laut Aktenlage wurde ihm - entgegen seiner vorigen Aussage - ein Aussteigerprogramm angeboten. Sch sagt jedoch, dass er sich nur beim Staatsschutz der Jenaer Polizei bei einem Herrn König über die Observationen beschweren wollte.
Scharmer fragt "Wie haben Sie denn dunkelhäutige Menschen oder Türken genannt?"
Sch antwortet "Ich habe niemals Nigger oder so etwas gesagt". Die Döner-Bude wurde "aus Spaß" umgestoßen.

11 Uhr 41. Peer Stolle (Dritter Anwalt der Familie Kubaşık) fragt nun wie konspirativ  die Kommunikation mit dem Terror-Trio abgelaufen ist. Sch.: "Ich habe darauf geachtet, ob mir jemand folgt". Laut seiner Aussage hat ihn jedoch niemand instruiert.

11 Uhr 57. Mittagspause bis 13 Uhr 30.

13 Uhr 39. Ein weiterer Nebenklägeranwalt fragt bezüglich der Weltanschauung der "Jungen Nationaldemokraten" nach. Laut Sch. hat er sich mit "Nationalbewusstsein" dabei und "Kapitalismuskritik" identifiziert. "Wir waren dafür" dass die ausländische Bevölkerung, insbesondere die Türken das Land verlassen.
Anwalt: "Wussten Sie das Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe eine fremdenfeindliche Gesinnung haben?"
Sch: "Ja"
Anwalt: "Haben Sie Ihnen daher geholfen?"
Sch: "Nein"

14 Uhr 07. Laut einer Aussage von André Kapke in den Akten war Sch. während seiner aktiven Zeit bei den "Jungen Nationaldemokraten" .."ideologisch gefestigt" und "kein Mitläufer".
Sch. bestätigt: "Das kann man so sagen."

14 Uhr 10. Tino Brandt hat laut Sch. immer viel Geld ausgegeben. Er kann sich an Gerüchte erinnern, laut denen Brandt schwul oder bisexuell sein sollte. Heute wird er von ihm als "eigentlich arm" beurteilt. Bei einem Besuch wurden ihm von Brandt laut seiner Aussage "Pornofilmchen" gezeigt. Sie hätten nie über "Rechtes" gesprochen.

14 Uhr 15. Facebook "gab es damals noch nicht so. Wir haben uns darum gekümmert, Internet-Seiten zu programmieren".

14 Uhr 22. Doris Dierbach (Anwältin der Hinterbliebenen des Opfers Halit Yozgat - Hamburger Kanzlei BDK) fragt nun, warum Sch. die Waffenübergabe übernommen hat, obwohl er, wie Wohlleben auch, befürchtete, überwacht zu werden.
Sch: "Ich habe mich sicher gefühlt".

14 Uhr 47. 15 Minuten Pause.

15 Uhr 08. Alexander Kienzle (Anwalt der Hinterbliebenen des Opfers Halit Yozgat - Hamburger Kanzlei BDK) fragt nach der Verpflichtungserklärung gegenüber dem BKA, nach welcher er ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen wurde.

15 Uhr 27. Edith Lunnebach (Rechtsanwältin) fragt bezüglich der Hierarchien in der Szene nach, wie man in der Szene über die drei Untertauchten gesprochen hat. Zudem will sie wissen ob Köln in der Szene eine Rolle gespielt habe. Sie fragt auch, ob er von Rechtsanwältin Nicole Schneiders geschult worden sei. Sch. verneint.
In der Szene wurde er "Möhrchen" oder nach seinem Geburtsort Neu-Delhi auch "Inder" genannt. Es soll ihm unangenehm gewesen sein.

15 Uhr 52. Er war laut seiner Aussage auch bei einer Informationsveranstalung des Aussteigerprogramms "Exit" um zu sehen, was da erzählt wurde. "Verräter" wurden in der Szeene "negativ" als "Anscheißer" bezeichnet. Drohungen wären jedoch nicht ausgesprochen worden.

16 Uhr 08. Sch. berichtet von Wehrsportübungen im Wald. Die "Kameraden" robbten durchs Gehölz. Aber laut seiner Aussage ohne Waffen.

16 Uhr 16. Er wird über Rechtsrock-Musik befragt. Es geht auch um Lieder, in denen die Ermordung von Menschen gefeiert wird. Auch Wohlleben soll dabei gewesen sein. Lustig fand es Carsten Sch. dass man sich "über Grenzen hinweggesetzt" hat. Von "Combat 18", dem bewaffneten Arm von Blood & Honour und "Hamburger Sturm" will er jedoch nur in der Berichterstattung gelesen haben.

16 Uhr 35. Eine Anwältin zitiert aus einer Akte eine Zeugin die aussagte dass Sch. als Vorsitzender der Jungen Nationaldemokraten Mitglieder angeworben hat und Demos und Info-Stände organisierte.

16 Uhr 40. Der Prozesstag wird von Richter Götzl beendet.

Quellen
18.06.2013, taz, Untersuchungsausschuss zur NSU, Schon lange ein Begriff
18.06.2013, Zeit, NSU-Prozess, Wer Döner aß, wurde ausgepeitscht
18.06.2013, Spiegel, Carsten S. im NSU-Prozess, "Dann ich das! Das war schon bitter!"
18.06.2013, Welt, NSU-Prozess, "Ich habe niemals Nigger oder sowas gesagt"
18.06.2013, Sueddeutsche, NSU-Prozess, Neue Ermittlungen gegen Zschäpe
18.06.2013, Tagesspiegel, NSU-Prozess, Neues Ermittlungsverfahren gegen Zschäpe
18.06.2013, Spiegel, Carsten S. im NSU-Prozess, "Für mich war klar, dass ich nichts sage"
18.06.2013, Welt, Minutenprotokoll, Der Rechtsexteme, den sie "Möhrchen" nannten
18.06.2013, Zeit, NSU-Prozess,
 Weiteres Ermittlungsverfahren gegen Zschäpe
18.06.2013, Spiegel, Anschlag in Nürnberg, Neue Ermittlungen gegen Beate Zschäpe
18.06.2013, Welt, Weiteres Attentat, Was wusste Zschäpe von der Taschenlampen-Bombe?
18.06.2013, Sueddeutsche, Carsten S. im NSU-Prozess, "Wir sind davon ausgegangen, dass wir abgehört werden"
18.06.2013, taz, Carsten S. im NSU-Prozess, Gelacht über "Bratwurst statt Döner"
18.06.2013, Tagesschau, Versuchter Rohrbombenanschlag in Nürnberg, Weitere Ermittlungen gegen Zschäpe
18.06.2013, Sueddeutsche, NSU-Ausschuss in Bayern, Autoname als Eselsbrücke
18.06.2013, Stern, NSU-Prozess, Neue Ermittlungen gegen Beate Zschäpe
18.06.2013, Welt, Weiteres Attentat, Was wusste Zschäpe von der Taschenlampen-Bombe?
17.06.2013, Welt, Neonazis, Der NSU und seine Kontakte in den Westen
15.06.2013, Sueddeutsche, Briefwechsel mit Häftling, Beate Zschäpe gibt Einblicke auf 26 Seiten
05.07.2012, Zeit, Verfassungsschutz, Der Amtschef, der nichts wusste

NSU - Der Prozess - Übersicht








Tag 001: Mo, 06.05.2013, Anträge
Tag 002: Di, 14.05.2013, Anträge
Tag 003: Mi, 15.05.2013, Anträge und Verlesung der Anklage
Tag 004: Do, 16.05.2013, Anträge, Zunahme von rechten Angriffen in Bayern
Tag 005: Di, 04.06.2013, Anträge und Aussage des Angeklagten Carsten Sch.
Tag 006: Mi, 05.06.2013, Aussage des Angeklagten Carsten Sch.
Tag 007: Do, 06.06.2013, Aussage des Angeklagten Holger Gerlach
Tag 008: Di, 11.06.2013, Weitere Aussagen von Carsten Sch., Weiterer NSU-Anschlag in Nürnberg?, 129er Liste der Überprüften wird zu 500er Liste
Tag 009: Mi, 12.06.2013, Weitere Aussagen von Carsten Sch., Brief von Beate Zschäpe von Gefängniswärtern gefunden
Tag 010: Do, 13.06.2013, Weitere Aussagen von Carsten Sch., er will Ralf Wohllebens Anwälten nur antworten wenn auch Wohlleben aussagt, im NSU Untersuchungsausschuss ist die dubiose Rolle von V-Frau "Krokus" aufgefallen
Tag 011: Di, 18.06.2013, Weitere Aussagen von Carsten Sch.
Tag 012: Mi, 19.06.2013,
Tag 013: Do, 20.06.2013,

Montag, 17. Juni 2013

Brief von Beate Zschäpe an Robin S.



Am 12.06.2013 - es ist der neunte Gerichtstag im NSU-Prozess - berichtet Holger Schmidt (Terror-Experte der ARD) am Abend auf SWR Info und seinem Blog über einen 26 Seiten langen handschriftlichen Brief vom März  2013, der mutmaßlichen Terroristin Beate Zschäpe, der von Wärtern im Rahmen einer Postkontrolle bei einer Zellendurchsuchung des Dortmunder Rechtsextremisten Robin S. in der JVA in Bielefeld-Senne gefunden wurde. Er hatte ihr offenbar zuvor auch geschrieben.

Der Inhalt wurde von der Leitung der JVA zunächst dem Verfassungsschutz von Nordrhein-Westfalen übermittelt. Dieser informierte dann am 25. März offenbar auch das Polizeipräsidium Dortmund über den Briefkontakt.

Die Adresse auf den Brief hat Zschäpe in gut leserlicher, sauberer Schrift auf den Briefumschlag geschrieben. Einige Buchstaben wurden doppelt nachgezeichnet.  Rechtschreibung und Orthografie behrrscht sie offenbar nahezu perfekt. Zudem überrascht sie immer wieder durch ihre Reflexionsfähigkeit. An den Rand des Briefes sind Comicfiguren, Sonnen, ein Schaf mit großer Knollennase und Enten gezeichnet.

Robin S. soll der verbotenen "Hilfsorganisation Nationaler Gefangener" (HNG) angehört haben. Er gehörte lange zur Dortmunder Neonazi-Szene. Seit 2007 sitzt er wegen schwerer räuberischer Erpressung eine 8-jährige Haftstrafe ab. Sie hat ihn nach ihren Angaben erst im Februar 2013 kennengelernt.

Im Brief schreibt sie davon dass sie "geprägt von Fairness in jeder Lebenslage" ist. "Mich kann eine Gänsehaut überziehen, wenn mir über einen Schicksalsschlag berichtet wird."
"Dich Blind und hilflos ins offene Messer laufen zu lassen, widerspricht meinem Naturell". Sie wäre "seinem Charme" erlegen. Er solle ihre Zeilen nicht seiner Liebsten zeigen weil die "Listen von Leuten, die sie allzugerne tot sähen" lang genug ist. "Nach dem Verzehr meiner Rinderrouladen wärst Du mir hörig".
Über ihr Leben schreibt sie dann: "Eine Reise durch den Wahnsinn, durch Licht und Dunkelheit" (aus einem Lied der Böhsen Onkelz). Später schreibt sie "Frieren bei 18 Plus Graden". 18 weist auf die Buchstaben "AH" hin. Der erste und der achte Buchstabe im Alphabet ergeben die Initialen Adolf Hitlers.
Sonst würde sie nur Post von "Vollpfosten" mit "abstrusen politischen Parolen und peinlichen Schulterschlüssen mit mir für Sachen, in denen ich mich nicht wiederfinde" erhalten.

Das Leben im Knast versetzt ihren "Überlebensinstinkt in ständige Alarmbereitschaft". Rücksichtnahme wäre unangebracht, jeder wäre hier ein Einzekämpfer. Sie berichtet von "Schimpforgien". Zeitweise wäre sie "auf Krawall gebürstet, dann wieder ein "Sonnenscheinchen". Anscheinend werden ihr öfter Stimmungsaufheller und andere  Psychopharmaka angeboten. Sie lehnt diese aber offenbar ab. 
"Die Baggersprüche manch eines Südländers sind das Hinterletzte für mich". Das Essen im Knast ist für sie ein "Worst-Case-Senario". Heute hat es wohl "Pferdefilet" gegeben, ein "Igitt würde dem Fraß schmeicheln".

Zschäpe schreibt in dem Brief über den Alltag in der Haft, das Essen und das Verhältnis zu dem Empfänger. Sie wird dabei offenbar sehr persönlich und intim. Auch eine Beschreibung der "turbulenten Verschleppung Richtung Karlsruhe" enthält der Brief. Sie wurde von Zwickau nach Karlsruhe zum Ermittlungsrichter per Hubschrauber geflogen. Sie war dabei offenbar an Händen und Füßen gefesselt. Der "geile Panoramablick" hat ihr offenbar gefallen. Aus der Dunkelheit wirkten die Städte "wie ein Weihnachtsmarkt". Bei ihrer ersten Vorführung beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe, im November 2011, wurde sie offenbar auf die Möglichkeit einer Kronzeugenregelung hingewiesen. Laut dem Brief aber erst nachdem sie von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht hat.

Sie klagt dass der Prozess "nervenzehrend" wäre. Ihre Rolle als Angeklagte erwähnt Zschäpe im Brief nur am Rande. Ihren Anwälten Wolfgang Stahl, Anja Sturm und Wolfgang Heer scheint sie auch regelmäßig zu schreiben. Sie bereitet über eine "sechsseitige Meinungskundtuung" an die drei, die sie wohl nicht verschicken wird. Interviewanfragen lehnt sie als "blanken Hohn" ab. Sie dürfte nicht als "Mensch mit positiven Eigenschaften" dargestellt werden. Zu den Vorwürfen gegen sie schreibt sie kein Wort.

Von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) fühlt sie sich vorverurteilt, weil er sie während eines TV-Auftritts "vom Mitglied zur Mitbegründerin einer terroristischen Vereinigung" hochstufte. Wegen das Bundeskanzler Angela Merkel, die bei einem Besuch der Türkei die vollständige Aufklärung der NSU-Affäre versprochen hatte, meint sie dafür als öffentliches Gesicht herhalten zu müssen.

Die Bühnenpräsenz der Schlagersängerin Helene Fischer findet sie "ohne Frage klasse".

Quellen
12.06.2013, Stern, SWR, Zschäpe hat Briefkontakt mit Gefangenem aus rechter Szene
12.06.2013, Sueddeutsche, Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Zschäpe hat offenbar Brieffreund aus der rechten Szene


23. Juni 1999 - Mutmaßlicher Rohrbombenanschlag des NSU in Nürnberg



Am 23. Juni 1999 explodierte laut "Nürnberger Nachrichten" in der Gaststätte, einer "Pilsbar" in der Scheurlstraße, von dem türkischen Betreiber Yilmaz S. eine Rohrbombe.
Die 18-jährige Putzhilfe fand einen etwa 30 Zentimeter langen Gegenstand, der laut Angaben des Opfers wie eine Taschenlampe aussah. Er versuchte sie anzuknipsen und sie explodierte. Der Mann erlitt Verbrennungen am Oberkörper, im Gesicht und an den Armen. Er konnte das Krankenhaus jedoch nach kurzer Zeit wieder verlassen.
An den Wänden der Toilette waren nach dem Anschlag nur schwarze Schmauchspuren zu sehen während Waschbecken und Spiegel unbeschädigt blieben.
Sprengstoffexperten des LKA Bayern stellten später fest, dass die Bombe selbstgebastelt war und "nur" eine "geringe Sprengkraft" hatte. Sie verhörten den Pächter, der die Gaststätte erst zwei Monate vorher übernommen hatte. Die Beamten fragten nach "Schutzgelderpressung". Hinweise auf einen "ausländerfeindlichen Hintergrund" soll es damals nicht gegeben haben.

Der Verdacht

Im Prozess um den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) sagt der Angeklagte Carsten Sch. am 11.06.2013 aus, dass Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt ihm gesagt haben, von ihnen wäre "in Nürnberg in einem Laden eine Taschenlampe hingestellt" worden.
In der Nacht vom 17. auf den 18.06.2013 wurde bekannt, dass vom Generalbundesanwalt offiziell gegen Beate Zschäpe Ermittlungen wegen dem Rohrbombenanschlag eingeleitet hat. Man geht davon aus dass bei dem Anschlag der Wirt getötet werden sollte.

Quellen

NSU - Der Prozess 12.06.2013 - Tag 9


NSU-Prozess: Übersicht, Tag 12 , 345678, 9, 10, 11

9 Uhr 50. Eine Gerichtsmitarbeiterin sagt durchs Mikrofon, dass der heutige Gerichtstag erst im 10 Uhr 10 anfängt. zwei Sanitäter verschwinden in dem Bereich wo die Angeklagten sich befinden. Beate Zschäpe soll es nicht gutgehen. Später wird der Termin auf 10 Uhr 30 und dann auf 10 Uhr 45 verschoben.

10 Uhr 50. Der Gerichtstag beginnt. Carsten Sch. hat laut eigener Aussage erst heute morgen erfahren, dass es wohl zu dem Zeitpunkt wirklich einen Anschlag in Nürnberg gegeben hat.

11 Uhr 25. Bei der Waffenübergabe war offenbar auch die Rede von Maschinengewehren oder Uzis. Sch. fühlte sich verarscht, weil er dachte, er würde den beiden die erste Waffe bringen. "Ich habe entschieden, dass schon nichts Schlimmes passieren wird. Dass die keine Dummheiten damit machen."

11 Uhr 40. Wolfgang Stahl (Anwalt von Zschäpe) beklagt sich über Wiederholungen von Fragen an Carsten Sch. durch Richter Manfred Götzl.

11 Uhr 50. Sch. verneint die Frage von Götzl ob er weitere Informationen verschwiegen habe. Dieser verneint und sagt dass er unter anderem Ralf Wohlleben schützen wollte, weil er dessen beiden Töchtern den Vater nicht wegnehmen wollte. Daraufhin scheint Wohlleben um Fassung zu ringen. Danach ist Pause.

12 Uhr 10. Zschäpe scheint es besser zu gehen. Sie stellt sich mit dem Rücken zu Carsten S.

13 Uhr 00. Mittagspause bis 14 Uhr 30.

13 Uhr 27. Richter Manfred Götzl gibt begannt, dass er wegen dem möglichen weiteren Anschlag eine Anfrage an den Generalbundesanwalt gestellt hat.

14 Uhr 00. Beate Zschäpe soll am Morgen über Übelkeit und Kreislaufschwächen geklagt haben.

14 Uhr 40. Bei der Vernehmung von Carsten Sch. von 6. Februar 2012, die offenbar 9 Stunden dauerte hatte Bundesanwalt Jochen Weingarten ihm, weil er Geburtstag hatte, ein Stück Kuchen mitgebracht. Dazu gab es Kaffee und Wasser.

15 Uhr 50. Jochen Weingarten (Bundesanwalt) fragt Sch. nach seiner politischen Überzeugung. Dieser hatte ausgesagt, dass er sich früher als "nationaler Sozialist" verstanden habe. Er habe nichts gegen Ausländer aber den Aufkeber "Bratwurst statt Döner" habe er lustig gefunden.

16 Uhr 20. Götzl möchte den Tag beenden. Anwalt Olaf Klemke stellt noch den Antrag, dass die Verteidiger mit der Befragung von Carsten S. starten dürfen. Der Richter lässt die Entscheidung jedoch offen.

16 Uhr 40. Die Sitzung ist geschlossen und auf morgen um 9 Uhr 30 vertagt.

Am Abend berichtet Holger Schmidt (Terror-Experte der ARD) in seinem Blog über einen Brief von Beate Zschäpe, der von Wärtern bei einer Zellendurchsuchung des Dortmunder Rechtsextremisten Robin R. in der JVA in Bielefeld gefunden wurde.

Quellen


NSU - Der Prozess 13.06.2013 - Tag 10


NSU-Prozess: Übersicht, Tag 1, 2 , 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11





9 Uhr 50. Der Prozesstag beginnt.

10 Uhr 00. Die Verteidiger von Carsten Sch. geben bekannt, dass er auf die Fragen von Ralf Wohllebens Anwalt nur unter der Bedingung aussagt, dass sich dieser ebenfalls ausführlich zur Person und Sache äußert. Er möchte "Waffengleichheit" haben. Er möchte "nicht der einzige sein, der sich hier nackig macht" während Herr Wohlleben schweigt.

10 Uhr 15. Die Nebenkläger-Anwälte sind mit Fragen an der Reihe.
- Als der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) aufgefallen war hat Sch. seine Schreckschusspistole in den Rhein geworfen, weil er nicht gewollt hat, dass bei ihm Waffen gefunden werden. Ihm war klar, dass er ins Visier der Polizei gerät.
- Auf den Tag genau heute vor 12 Jahren, am 13. Juni 2001 wurde der Änderungsschneider Abdurrahim Özüdoğru ermordet, mit der Ceska 83, die von Carsten Sch. übergeben worden war.

10 Uhr 45. Carsten Sch. antwortet auf die Frage nach seiner ideologischen Prägung in der Neonazi-Zeit, dass er sich in eine Art Uniform kleidete, sich ein Bajonett angeschafft habe und es lustig fand, wenn seine rechten Kameraden die Lehrer provozierten. Inhaltlich habe er sich jedoch kaum mit den politischen Hintergründen beschäftigt. Das Weltbild wäre sehr einfach und Überschaubar gewesen. Die Ausschwitzmorde habe er geleugnet. Erst im Studium will er erfahren haben, dass die Welt komplexer sei.

11 Uhr 55. Detlef Kolloge (Nebenklägeranwalt der Familie des ermordeten Dönerverkäufers Mehmet Turgut) fragt Sch. was er unter "Linken" verstand? Antwort: "Bunte Haare, Aufnäher gegen Nazis".

13 Uhr 05. Mehmet Daimagüler (Nebenklägeranwalt der Familie des ermordeten Dönerverkäufers İsmail Yaşar) stellt Fragen zum Thüringer Heimatschutz (THS):
- Sch. war es seiner Aussage nach "Schnitte", dass Tino Brandt Anfang 2001 als V-Mann aufgeflogen ist. Er habe da nichts mehr damit zu tun gehabt.
- Die Aufforderung Brandts, in die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) einzutreten war ihm angeblich unangenehmt weil er sich nicht mit Statuten, Tagesordnungen und Wahlzeugs auseinandersetzen wollte.
- Ihn störte laut seiner Aussage das "Demokratische" in der NPD. Er gründete dennoch zusammen mit Ralf Wohlleben den Kreisverband Jena nachdem von Brandt behauptet wurde, dass der Heimatschutz verboten werden würde und war zeitweise sehr aktiv.

12 Uhr 30. Auf dem Computer von Sch. wurde das Bild einer Ceska 1945er Pistole gefunden. Zum letzten Mal geändert im Jahr 2010. Auf die Frage eines Anwalts sagt er, dass es ein rein sexuelles Interesse gewesen wäre, welches ihn zum Speichern veranlasste: "Freier Oberkörber und Waschbrettbauch".

13 Uhr 00. Mittagspause.

14 Uhr 55. Zschäpe fühlt sich laut Aussage von Anja Sturm (Anwältin) nicht gut und hält nur noch eine Stunde durch.

15 Uhr 15. Sasche Prosotowitz (Münchner Anwalt) fragt noch einmal nach, was sich Sch. wohl dachte, wozu die Waffe eingesetzt werden sollte? Antwort von Sch.: Er habe "ein komisches Gefühl" gehabt und an "Geldbeschaffung", "vielleicht Banküberfälle" gedacht. Prosotowitz fragt, warum Ralf Wohlleben Handschuhe getraten hat. Wohllebens Anwalt Olaf Klemke fährt dazwischen, weil das eine Aufforderung zur Spekulation wäre.

16 Uhr 28. Der NSU-Ausschuss des Bundestags will wieder in die Beweisaufnahme eintreten. Baden-Württemberg hatte kürzlich neue Akten übersandt. Dabei ist die dubiose Rolle einer V-Frau vom baden-württembergischen Verfassungsschutz mit dem Namen "Krokus" aufgefallen. Sie will den Behörden bereits kurz nach der Ermordnung der Polizistin Michele Kiesewetter gemeldet haben, dass von Rechtsextremisten versucht wird, etwas über den Gesundheitszustand ihres schwer verletzten Kollegen herauszufinden. In einer Sitzung am 24. Juni soll - wahrscheinlich in einer nichtöffentlichen Sitzung - der V-Mann-Führer - befragt werden.

16 Uhr 38. Die Frage von Prosotowitz wird folgender Form zugelassen: "Wissen Sie, warum Ralf Wohlleben Handschuhe trug?" Antwort von Sch.: "Nein.
- Warum haben Sie allein entschieden, dass diese Waffe genommen wird?" Antwort: "Das weiß ich nicht mehr".
- Warum durften Sie allein entscheiden, dass diese Waffe genommen wird?" Antwort: "Das weiß ich nicht mehr".

17 Uhr 10. Der Prozess wird auf Dienstag, 18. Juni um 9 Uhr 30 vertagt. Den für Dienstag geladenen Zeugen wurden offenbar vorerst abgesagt. Josef Wilfing (Ex-Chef der Münchner Mordkommission) wurde offenbar heute bereits gegen Mittag wieder nach Hause geschickt.

Quellen


Sonntag, 16. Juni 2013

Carsten Ludwig Sch. - Sozialpädagoge und Terrorhelfer

Erhältlich ist das Buch
 "Nationalsozialistischer Untergrund"
 gratis in diversen Formaten
 (epub, mobi, pdf) bei freebook.de.













Der homosexuelle Diplom-Sozialpädagoge Carsten Ludwig Sch. wurde am 6. Februar 1980 in Neu Delhi, in Indien, geboren. Seine Mutter erkrankte an einer Psychose die immer wieder durchbrach. Daher zog die Familie nach einem Aufenthalt in Ex-Jugoslawien wieder nach Jena.
Im Alter von etwa 13 Jahren, als unter den Klassenkameraden Nackt-Heftchen herumgereicht wurden, merkte er, dass er sich  für Jungs und nicht für Mädchen interessiert, was er zunächst verdrängen wollte.  Die Mitschüler hänseln ihn als "Mädchen".
Auf einer Internetseite mit dem Untertitel "Lebe offen anders" erzählt er, dass er gerne Musik hört, Freunde trifft und die Serien "Six feet und" und die "Die Simpson" liebt. Er machte zuerst eine Lehre als Kfz-Lackierer und studierte später Sozialpädagogik.
Sch. schließt sich als Homosexueller der Naziszene an. Weil er merkte dass er "anders als die anderen war" versuchte er sich besonders stark anzupassen.
Als Erwachsener kauft er eine Pistole vom Typ Ceska 83, Kaliber 7,65 Millimeter. Dazu Schalldämpfer und 50 Schuss Munition. Später wurde damit von den Terroristen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) neun Menschen erschossen.

1989. Carsten lebt mit seinen Eltern und seiner 7 Jahre älteren Schwester Daniela in einer kleinen Wohnung in einer schmalen Straße in Jenas Stadteil Winzerla. Er und seine Schwester durften bei Tisch nicht sprechen und nicht lachen, weil der Vater das verboten hatte. Es gab immer wieder "Spannungen und Schwierigkeiten" und worde mitunter "laut". Mit 18 zog seine Schwester a.us. Sie siedelte mit ihrem Freund nach Westdeutschland über. Danach beruhigte sich die Lage. Später heiratete sie einen Mann aus Ghana.
Bereits als Kind war er scharf auf Urkunden, Uniformen und Auszeichnungen. Das Dunkle des Dritten Reichs fazinierte ihn früh. Es ging einem in Winzerla "besser" wenn man Rechte und Hooligans grüßte. Auch Waffen fand er toll. Er besaß eine Schleuder, Ninjasterne, Messer und eine Schreckschusswaffe, die er erst 2011, nachdem der NSU aufgeflogen war in den Rhein geworfen hat.
Nach der Wende ließ er die Mutter gebrauchte Markenklamotten für ihn kaufen weil er dazugehören wollte. Zeitweise wohnte Ralf Wohlleben gegenüber von seinem Elternhaus. Mit Christian Kapke, dem Bruder von André Kapke, saß er zeitweise im Mathematik-Nachhilfeunterricht.

Mitte der 1990er Jahre. In Springe in Niedersachsen beginnt Sch. eine Konditorlehre. Er gerät jedoch an eine Clique, die Autos knackt und sich im Drogenmilieu Hannovers herumtreibt. Er fliegt noch während der Probezeit.

1996. Seine Eltern holen ihn nach Jena zurück. Dort macht er eine Lehre als KFZ-Lackierer. Im Lehrlingswohnheim in Eisenach lernt er Marko H. kennen, einen Jungen, der "rechts" ist und Musik der "Zillertaler Türkenjäger" hört. Die Musik gefällt ihm. Er verguckt sich insgeheim in H. Um auf Augenhöhe mit seiner "Liebe" zu kommen bestellt er entsprechende Infobriefe und ein "Starterpaket" der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) und der Jungen Nationaldemokraten. Kleidung und CDs kauft er im Jenaer-Szeneladen "Madley".
Die Infopost die er bestellt hatte wurde von seinen Eltern weggeworfen. Daraufhin hat er sich ein Postfach angelegt.
Seine "Stino-Clique" (Stino = Stinknormal) wurde ihm irgendwann langweilig. Ende 1996 begann er daher mit einem Kumpel die "Sau rauszulassen". Er randalierte und schlug für den Nervenkitzel Scheiben ein. Einmal wurde von ihm auch ein langer Bauzaun umgeworfen.

1. März 1997. Sch. nimmt zum ersten Mal an einer großen Demo der NPD mit etwa 1000 Neonazis in München teil. Sie richtete sich gegen die Wehrmachts-Ausstellung. Uniformen und Springerstiefel haben es ihm angetan. Die Stimmung war laut Aussage von Sch. gut. Er fühlte sich von der Harte-Männer-Ästhetik fast schon erotisch angezogen.
Auf der Demo trifft er auch Christian Kapke wieder. Diesen spricht er an, um zu erfahren, wie er Kontakt zur Szene bekommen könnte. Später trifft man sich Sonntags bei Christian Kapke. Dieser erzählte oder "schulte" sie im Bezug auf Reichsgrenzen, gegen Multikulti und gegen das Finanzkapital.

Mitte 1997. Er nimmt Uwe Böhnhardt erstmals wahr als dieser im Jugendclub Winzerla Dart spielt. Bekleidet war Böhnhardt mit brauner Uniform und hohen Stiefeln. Es kursierte das Gerücht, dass Böhnhardt ins Gefängnis müsste.
Seine Eltern fanden Neonazis furchtbar, konnten ihren Sohn jedoch nicht aufhalten. Er schnitt sich die Haare kurz, besorgte sich eine Armeehose und schwere Schuhe.
Beate ZschäpeUwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gehörten nicht zu seiner Gruppe. Sie waren "drei von den Älteren". Es gab laut seiner Aussage nur losen Kontakt über André Kapke.Als seine Eltern einmal nicht da sind kommen "die Großen", darunter auch Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe bei ihm vorbei. Er erinnert sich daran, weil er Plastiktüten für ihre Springerstiefel geholt hat. Zum Drüberziehen, damit sie ihre Schuhe anlassen konnten.
Sch. ist froh endlich irgendwo dazuzugehören. Einmal war er auch in Zschäpes Wohnung, einmal waren sie gemeinsam im Jugendclub und einmal war Sch. mit Zschäpe auf einer Demo in Erfurt. Die drei redeten ihn nicht mit Namen an. Sie sagten immer nur "Kleener".
Bald gehört er dem Thüringer Heimatschutz (THS) an. Auf Landes- und Bezirksebene engagierte er sich für die Nationaldemokratische Partei (NPD) und deren Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN).
Er ist schließlich überall dabei. Auch bei Gewalttaten. Sch. erzählt später vor Gericht, wie seine Neonazi-Clique, 6 bis 9 Personen, sich geprügelt und an mindestens 2 Dönerbuden Scheiben eingeworfen hat. Eine andere Bude haben sie einfach umgeworfen und danach Kleingeld entwendet. Sch. selbst klaute ein Schwert mit Scheide. An der Tanke wurden Feuerlöscher leergesprüht. Man hatte zusammen etwas gegessen und getrunken und ging los, nachdem einer die Idee hatte. Er sagt aus dass es sich um "ein gewisses Feindbild" handelte. Es richtete sich gegen Migranten und hatte auch mit "Deutschtümelei" zu tun. Wir haben, Unterschriften gegen die doppelte Staatsbürgerschaft gesammelt und Schilder "Kriminelle Ausländer raus" aufgestellt.
Mit einer Bockwurstbude "hätten wir das nicht gemacht". Es ging gegen die multikulturelle Gesellschaft -und gegen das Finanzkapital das vom "Finanzjudentum" regiert wird.. Ein "einfaches Weltbild, schwarz Weiß". "Zu einem guten Abend gehörte auch eine Polizeikontrolle dazu." Wenn ein Streifenwagen auftaucht, einfach in die Gegenrichtung loslaufen: "Cop running".
Einmal haben sie zwei Männer zusammengeschlagen. Er ging mit seinen "Freunden" abens nach einem Kirmesbesuch nach Hause. Sie trafen einen weiteren Freund. Dieser berichtete, von zwei Personen an der Bushaltestelle als Nazi beschimpft worden zu sein. Daraufhin "liefen alle los". An der Haltestelle, die von Sch. als Holzhütte beschrieben wird,  haben alle "auf sie eingeschlagen". Er erinnert sich auch einmal oder zweimal - weiß es nicht mehr zugetreten zu haben. Später las er in der Zeitung, dass die Opfer schwer verletzt waren.
Eimal kam Carsten Sch. mit seinem Auto in eine Polizeikontrolle. Der Polizist musterte ihn und sagte: "Ah, Herr Sch. aus Neu-Delhi". Sch. fühlte sich blooßgestellt. André Kapke, der offenbar dabei war, sagte daraufhin: "Rudolf Hess wurde ja auch in Alexandria geboren."

Herbst 1998. Weil Ralf Wohlleben und André Kapke davon ausgingen, überwacht zu werden, bestellen sie Carsten Sch. auf einen Hügel im Jenaer Stadtteil Winzerla um ihm mitzuteilen, dass er ab sofort als Mittelsmann für den Kontakt zu den Kameraden im Untergrund zuständig ist. Wohlleben erklärt laut Aussage von Sch. wie er telefonisch sicher mit Böhnhardt, Zschäpe und Mundlos kommunzieren kann.
Carsten S. bittet daraufhin eine Freundin, die nichts mit der Neonazi-Szene zu tun hat, ihm ein kleines Prepaid-Handy zu besorgen und versteckt es in seinem Kinderzimmer.
Zu verabredeten Zeiten, jeden zweiten Sonntag oder einmal im Monat, ruft er daraufhin aus Telefonzellen den NSU an. Einmal soll auch Zschäpe mit am Telefon gewesen sein. Meist spricht er mit Böhnhardt oder Mundlos die durchgeben, dass alles in Ordnung ist. Ab und zu geht es aber auch um Geld. Einmal verlangen sie, dass er in Zschäpes frühere Wohnung einbricht, um ihre Ausweise zu holen. Sch. tritt die Türe ein, holt die Papiere und verbuddelt sie laut seiner Aussage gemeinsam mit Wohlleben im Wald. Auch ein Motorrad klaut er für den NSU. Bevor er es jedoch den Terroristen übergeben kann wird ihm diese wiederum geklaut.
Sch. hatte laut seiner Aussage auch mit den Familien Mundlos und Böhnhardt Kontakt. Beispielsweise an der Supermarktkasse übermittelte er "dass alles in Ordnung sei".
Auch an der Vermarktung des Brettspiels "Pogromly" war Sch. beteiligt. Er ließ den Mitgliedern des NSU auch Spenden die in der Szene gesammelt worden waren zukommen.

1999. Sch. schließt seine Ausbildung zum KFZ-Lackierer ab. Im selben Jahr wurde er erstmals Inhaftiert. Er war bereits auf dem Sprung nach Tschechien als offenbar seine Wohnung durchsucht wurde. Weil er jedoch rechtsextremes Material und Plakate zuhause hatte, wurde er von einer Richterin für ein paar Tage in Haft genommen.
In der rechten Szene stieg Sch. schnell auf. Er wird auch in diesem Jahr noch Kreisvorsitzender der Jungen Nationaldemokraten (JN) von Jena und kurz darauf stellvertretender Bundesgeschäftsführer. Vom Kreisverband der NPD Jena wird er zum Stellvertreter von Ralf Wohlleben gewählt.

April 1999. Carsten Sch. soll Spendengelder für den NSU auf ein Konto überwiesen und später einen Unterschlupf für die drei gesucht haben.

Ende 1999. Böhnhardt und Mundlos verlangen telefonisch eine "möglichst deutsche, scharfe" Pistole von Sch. Über den Zweck der Waffe will er vom Terror-Trio nichts erfahren haben. Er hat seiner Aussage auch nicht nachgefragt.  Er traut sich nicht "Nein" zu sagen. Sch. erinnert sich an ein positives Gefühl. Es würde schon nichts passieren und die drei wäre in Ordnung. Am Telefon habe man nur über Organisatorisches gesprochen. Die drei waren für ihn die armen Verfolgten, denen man helfen müsste. Ein Schalldämpfer wurde laut seiner Aussage bei der "Bestellung" nicht erwähnt.
Ralf Wohlleben soll ihn daraufhin zu einem Bekannten, im "Madley", einem Neonazi-Laden in Jena geschickt haben. Dort sollte er sagen "Der Wohlleben schickt mich". Von diesem bekommt er schließlich die Ceska 83 Zbrojovka, ein tschechisches Fabrikat, Seriennummer 034678, 7,65 Millimeter mit Schalldämpfer und Munition "20 bis 50 Patronen in einem Döschen" angeboten. Die Waffe, die später vom NSU für 9 Morde benutzt worden war. Eingeführt nach Deutschland worden war die Waffe über Mittelsmänner aus der Schweiz. Der Waffenhändler sagt später in Verhören aus, Sch. habe ausdrücklich eine Waffe mit Schalldämpfer verlangt.
Von Wohlleben holte er sich darauf hin das O.K. und das Geld, 2500 DM (ca. 1250 Euro), für die Waffe. Daraufhin geht er, obwohl im laut eigener Aussage dabei unwohl ist, in den Neonazi-Laden um die Ceska in Empfang zu nehmen.
Danach inspizieren sie bei Wohlleben die Waffe. Dieser streift laut Aussage von Sch. Lederhandschuhe über und schraubt den Schalldämpfer auf die Waffe. Dann bunkerte er sie "zuhause im Kinderzimmer unterm Bett".

Frühjahr 2000. Sch. setzt sich mit einem Rucksack in den Zug nach Chemnitz wo er von Böhnhardt und Mundlos vom Bahnhof abgeholt wird. Am Bahnhof fordern sie ihn erst einmal auf, seinen Pullover auszuziehen weil er viel zu auffällig ist. Darauf steht ACAB (All cops are bastards).  Auf der Rückseite ist ein Skinhead abgebildet welcher einem Polizisten eine Pistole an den Kopf hält. Dazu trug er eine weiße Hose.
Zusammen gehen sie zu einem Abbruchhaus wo Sch. ihnen die Pistole übergibt. Die Waffenübergabe in dem Abbruchhaus wurde gestört. Ein Mann kam und fragte: "Was machen Sie da?" und scheuchte Carsten Sch. und die beiden NSU-Uwes weg. Einer der beiden Uwes konnte die Waffe noch schnell hinter dem Rücken verstecken. Nachdem der Mann die Übergabe gestört hatte nahm Sch. das Geld entgegen und steckte es in eine Tasche.
Nach der Übergabe gingen sie offenbar noch in ein Café in der Galeria Kaufhof. Böhnhardt drückte seinen Fingerabdruck auf das Handy von Sch. und fragte "Was glaubst Du, was das wert ist?" Danach tippte er an seinen Rucksack und sagte "Wir sind immer bewaffnet.". Sie hätten sogar eine Maschinenpistole. Sch. fand das zunächst komisch weil er "ja die Waffe erst mitgebracht" habe. Des Weiteren sagen ihm die beiden Uwes offenbar, von ihnen wäre "in Nürnberg in einem Laden eine Taschenlampe hingestellt" worden. Dann kam Zschäpe dazu und die beiden sagten laut der Aussage von Sch. "Pscht, dass die Beate das nicht mitbekommt".
Es war sein letztes Treffen mit den Terroristen. 9 Monate später, am 9. Septemberr 2000, wurde mit der Waffe in Nürnberg Enver Şimşek, das erste Opfer des NSU, ermordet.
Zuhause kam ihm offenbar dann der Gedanke, dass Böhnhardt und Mundlos in eine Taschenlampe Sprengstoff eingebaut haben könnten. Später hat er offenbar einmal mit Ralf Wohlleben telefoniert. Dieser lachte und sagte: "Die haben jemanden angeschossen." Sch. dachte: "Hoffentlich nicht mit der Waffe, die ich beschafft habe."

Januar 2000. Sch. gerädt mit Ralf Wohlleben aneinander. Dieser wirft ihm vor, dass er in der Neonazi-Szene mit seinen Kontakten zum NSU prahlen würde.

April 2000. Sch. versucht offenbar, ein Handy an die Eltern eines der Abgetauchten vom NSU übergeben zu lassen. 

22. Juli 2000. Er sollte Landeschef der JN in Thüringen werden. Das lehnte er jedoch laut eigener Aussage ab. Der Verfassungsschutz Thüringen erwähnt die Wahl von Carsten Sch. und Patrick Wieschke bei der Gründungsversammlung der  Thüringer Jungen Nationaldemokraten zu Stellververtretern des Vorsitzenden Sandro Tauber in der Monatszeitschrift "Nachrichtendienst". Im Verfassungsschutz für 2000 wird dann jedoch nur noch Wieschke genannt. Zudem war er eine Art Handlanger des Kreisvorsitzenden Ralf Wohlleben.
Gemacht habe er zu der Zeit eigentlich schon nichts mehr. Sein schneller Aufstieg in die hohen Parteiämter soll laut Aussage seines Anwalts Johannes Pausch im "extremen Personalmangel und der Unlust der anderen" begründet gewesen sein.

August 2000. Im Laufe dieses Jahres dämmert es Carsten Sch, dass er in der Neonazizene falsch ist. Es kommen ihm erste Zweifel als die Polizei seine Wohung durchsucht weil er eine Veranstaltung zum Gedenken an Adolf Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß geplant hatte. Die Telefonkarte für das Prepaid-Handy, die hinter einem kleinen Setzkasten vesteckt ist, entdecken sie jedoch nicht. Sch. kommt danach für 9 Tage in Vorbeugegewahrsam. 
Er schaute laut eigener Aussage zu der Zeit auch den Coming-Out-Film "The Beautiful Thing - die ersten Liebe" an. Es ist die Geschichte eines komplizierten Coming-outs. Danach habe er "Tränen in den Augen" gehabt. 
Er war zu Besuch bei Ralf Wohlleben als dieser äußerte, dass es ihn "ankotzen" würde, wenn Leute über ihn behaupten, dass er schwul wäre. Da wurde ihm klar, "Das sind nicht meine Leute". Wenige Wochen danach hat er sich laut seiner Aussage von der Szene abgewendet weil ihm klar wurde, dass er in Neonazi-Kreisen seine Homosexualität auf ewig verleugnen müsste.
Kurz danach outet er sich bei seiner Schwester nachdem er sich mit einer Flasche Wermut Mut angetrunken hatte. Er stürzt sich daraufhin in die Schwulen- und Technoszene und macht das Fachabitur für "Gesundheit und Soziales".

Ende 2000. Das Landesamt für Verfassungsschutz von Nordhrein-Westfalen verliert ihn zeitweise aus den Augen.

2001. Nach seinem Ausstieg aus der rechten Szene hat Sch. einige Tage lang das Gefühl, von Autos verfolgt zu werden.

August 2003. Carsten Sch. zieht in ein Studentenwohnheim in Hürth bei Köln.

November 2003. Sch. verlegt seinen Wohnsitz nach Düsseldorf in Nordhrein-Westfalen. Er studiert dort an der Fachhochschule Sozialpädiagogik und engagiert sich als Schwulen-Referent. Mit seiner Homosexualität geht er dort offen um. Er hält auch mehrmals Referate zu den Theman Rechtsextremismus und Prävention. Dazu wollte er aich seine Diplomarbeit schreiben. Schließlich betrachtete er dies jedoch für sich als "emotional doch zu belastend".
Nach einer Veranstaltung über Aussteiger aus der rechtsextremen Szene offenbart er sich lokalen Anti-Nazi-Aktivisten. Daraufhin folgen mehrere "sehr oberflächliche" Treffen bei denen Sch. konkrete Nachfragen "abblockt". Er will nie "Antisemit oder Rassist" gewesen sein. Er habe sich "nur" "von der männlich dominierten Szene angezogen gefühlt".

Juni 2004. Eine autonome Zeitung moniert dass Sch. die Wählerschaft über seine politische Vergangenheit im Unklaren gelassen hat. Er wird als Ex-Extremist geoutet.

2005. Sch. nimmt eine Teilzeitstelle bei der Düsseldorfer Aidshilfe an und engagiert sich als 400-Euro-Jobber im Team des schwul-lesbischen Jugendzentrums Puls. Laut einer Angestellten der Aidshilfe war er "sehr nett und hilfsbereit" und arbeitete in der "Schwulenprävention". Er soll seine rechte Vergangenheit bereut und auf Nachfrage offen darüber gesprochen haben. Laut Einschätzung der Kollegen soll der Bruch mit der rechten Szene glaubhaft gewesen sein.

November 2011. Der Nationalsozialistische Untergrund ist aufgeflogen. Überall in den Medien werden Bilder von Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe gezeigt. Carsten Sch. wird von seinem früheren Leben eingeholt und offenbart sich daher seinem nächsten Umfeld. Er habe denen vor Jahren eine Waffe geliefert und Angst dass damit Menschen umgebracht worden sind. Er nimmt sich einen Anwalt, Jacob Hösl, der sich seit vielen Jahren in der Aidsarbeit in Köln engagierte. Am 1. Februar 2012 sollte ein Gespräch stattfinden, dass Sch. sich selber bei der Bundesstaatsanwaltschaft melden und aussagen sollte.

26. Januar 2012. Carsten Sch. lässt über seinen Anwalt mitteilen dass er "im Jahre 2000 aus der rechten Szene ausgestiegen ist, sich davon distanziert hat und jegliche Art von rechtem, rassistischem und extremistischem Gedankengut verabscheut". Nach dem Jahr 2000 will er demnach keinen Kontakt mehr zur rechten Szene gehabt haben.

01. Februar 2012. Carsten Sch. (Diplom-Sozialpädagoge) wird in der Markenstrasse im Stadtteil Oberbilk in Düsseldorf von der GSG 9 in schwarzen Einsatzoveralls festgenommen. Dazu rammten die Beamten um 5 Uhr 57 morgens die Tür im 3. Stock eines Mehrfamilienhauses ein, wo Sch. und sein Lebenspartner wohnten. Sein Lebenspartner wird gefesselt und die Zimmer durchsucht, Mit einem Hubschrauber wird er eine Stunde später nach Karlsruhe geflogen wo ihm ein Richter den Haftbefehl eröffnet. Die Anklage lautet auf Beihilfe zum Mord. Er kommt in Untersuchungshaft.
Sch. gibt bei den Vernehmungen an, dass er nicht gewusst habe, wozu Böhnhardt und Mundlos die Ceska haben wollten. Er will ihnen vertraut haben, dass sie damit keinen Unsinn machten. Er gibt jedoch auch an, bei der Beschaffung, "Bauchschmerzen" gespürt zu haben.
Die Bundesanwaltschaft ist jedoch der Meinung dass Carsten Sch. bis 2003 Kontakte in rechtsradikale Kreise hatte und mit dem NSU in enger Verbindung gestanden hat. Zeitweise soll er demnach aus dem rechtsextremistischen Umfeld die einzige Person mit Kontakten zum NSU gewesen sein.

29. Mai 2012. Carsten Sch. wird auf Anordnung der Bundesanwaltschaft wieder freigelassen.

26. September 2012. Laut Nachrichtenmagazin Spiegel handelt es sich bei dem "neuen" V-Mann um Ralf Wohlleben. Der Bundesanwalt hatte vor dem Wechsel nach Karlsruhe offenbar als Unterabteilungsleiter im Bundesinnenministerium als Zuständiger für das 2003 gescheiterte erste NPD-Verbotsverfahren gearbeitet. In dem Zusammenhang "meint" er den Namen "Wohlleben" im Zusammenhang mit V-Leuten gesehen oder gehört zu haben. Nicole Schneiders (Anwältin von Wohlleben) meint dass es sich um einen Irrtum handeln muss und Wohlleben zu keinem Zeitpunkt mit einer Sicherheitsbehörde zusammengearbeitet hat.
"Die Welt" meint dagegen dass es sich dabei um Carsten Sch. handeln könnte. Dieser gilt ebenfalls als Beschuldigter und stand auch in einem Kontakt mit dem NSU. In den 1990er Jahren lebte er auch in Jena und war Mitglied des Kreisverbandes der NPD und ab Juni 1999 Vorsitzender. Sch. soll sich im Jahr 2000 aus der rechten Szene zurückgezogen haben.
Laut Holger Gerlach (Protokoll des BKA) hat Wohlleben ihn einst mit dem Transport einer Pistole beauftragt und erklärt dass es besser wäre wenn er nicht wissen würde "was die drei damit vorhaben". Laut NSU-Helfer Carsten Sch. und Zeuge Andreas S. (Protokolle des BKA) hat Wohlleben den Waffendeal über einen Neonazi-Laden in Jena eingefädelt. Von ihm wurden demnach 2500 DM (ca. 1250 Euro) bereitsgestellt und der Transport der Pistole vom Typ Ceska nach Chemnitz zum damaligen Versteck des NSU organisiert.

30. Oktober 2012. Sch. befindet sich wegen möglicher Racheaktionen im Zeugenschutzprogramm des BKA. Er lebt an einem unbekannten Ort und wird in der Öffentlichkeit von Personenschützern begleitet. Wo er lebt wissen nicht einmal seine beiden Verteidiger. Sie treffen sich immer an wechselnden Orten. Bislang waren das Remscheid, Meckenheim, Köln, St. Augustin und Düsseldorf.

08. November 2012. Gegen Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben, Carsten Sch., André E. und Holger Gerlach wird vor dem Oberlandesgericht München Anklage erhoben. Sch. soll sich wegen Beihilfe zum Mord verantworten.
Die Strafe für Beihilfe zum Mord liegt im Erwachsenenstrafrecht zwischen 3 und 15 Jahren. Da er zur Tatzeit erst 19 Jahre alt war, könnte er im Prozess nach dem milderen Jugendstrafrecht beurteilt werden. Zudem dürfte seine Aussagebereitschaft strafmildernd wirken. Wenn die Jugendgerichtshilfe ihm noch bescheinigt, während der Tat ein unsicherer junger Mann gewesen zu sein welcher seine sexuelle Identität verheimlichte, während er auf der Suche nach Anerkennung war, könnte das noch einmal zu einer weiteren Strafreduzierung führen.

06. Mai 2013. Vor dem Oberlandesgericht München beginnt der NSU-Prozess gegen Sch. und seine Mitangeklagten. Sch. sitzt mit einem schwarzen Kapuzenpulli, tief gebeugt, im Gerichtssaal. Erst wenn der letzte Fotograf den Saal verlassen hat schlägt er sie zurück. Er trägt sie nicht weil er sich verbergen will.  Weil er im Zeugenschutzprogramm des Bundeskriminalamt ist soll ihn niemand erkennen, wenn er sich in der neuen, geheimgehaltenen Umgebung in der Öffentlichkeit aufhält. Sein Anwalt ist Johannes Pausch.
Die Tat von Carsten Sch., er hat die Tatwaffe (Ceska) für 9 Morde besorgt, liegt 14 Jahre zurück. Wenn damit nicht gemordet worden wäre hätte er nicht einmal angeklagt werden können.

04. / 05. / 11. / 12. / 13. Juni 2013. Carsten Sch. macht im NSU-Prozess seine Aussage. Vorbereitet hat er sich mit einer knapp 30 Seiten langen Liste seiner Vergangenheit, die er sich am Computer angefertigt hat. Darauf notiert, wann er wo war und was er gemacht hat. Dazu wurden von ihm alle möglichen Quellen wie Akten, Fotos, Unterlagen und das Internet benutzt.
Die letzten Prozesstage hat er nicht nervös gewirkt. Er hörte aufmerksam zu. Als der Vorsitzende Richter Götzl ihn fragte, ob er am nächsten terminierten Verhandlungstag aussagen wolle, drückt Sch. extra für das "Ja" die Taste seines Mikrofons. Sch. will aus dem was ihm vorgeworfen wird offenbar möglichst heil herauskommen und versucht sich daher in Schadensbegrenzung durch Offenheit. In der Nazi-Szene gilt er als Verräter.

Bilder von Wikimedia Commons

Pistole CZ 82 Lizenz: Gemeinfrei, Urheber: Asams10

Quellen
02.05.2013, Focus, Aussage erwartet, Angeklagter im NSU-Prozess belastet Ex-NPD-Funktionär
29.10.2012, Spiegel, Mutmaßlicher Terrorhelfer, Der Verirrte
01.02.2012, Spiegel, Mutmaßlicher Terrorhelfer Carsten S., der lange Schatten der braunen Vergangenheit
26.01.2012, Spiegel, Spendenaktion für NSU, Die Treue der Kameraden

NSA - "PRISM" - Eine Affäre die keine Affäre ist


Der US-Amerikaner Edward Snowden hat vor einigen Tagen bekannt gemacht, dass der US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) Daten sammelt. Das ist in den Augen von Gar Nix eine Nachricht von ähnlicher Brisanz wie dass in China ein Reissäckchen umgefallen ist oder dass die Strasse nass ist wenn es regnet. Der NSA wurde zur Überwachung und zum Datensammeln gegründet. Im Übrigen ist das nicht der einzige Geheimdienst der sowas macht. Der BND tuts auch und will die Überwachung (auch wie jeder andere Geheimdienst) weiter ausbauen.
Die Medien toben, die Regierungen tun so, als ob es ihnen nicht am Allerwertesten vorbei ginge. Während die EU-Kommission soeben eine Klausel der Datenschutznovelle gestrichen hat welche die Weitergabe von Nutzerdaten an die USA verhindert hätte trifft sich die Bundesregierung zum Kaffekränzchen mit Internetunternehmen um Aktionismus vorzutäuschen. Bundesinnenminister Friedrich bleibt auch hier seiner Linie treu und nimmt das Überwachungsprogramm in Schutz.
Bereits 1989 hat der Spiegel über die umfangreichen Abhörmaßnahmen des NSA in Deutschland berichtet. Ein abgehörtes Gespräch der deutschen Firma Imhausen mit Libyen führte damals zu einer Belastung der Beziehungen zwischen den Regierungen der USA und Deutschlands.
Im Jahr 1999 fiel auf, dass in der Crypto API von Microsoft Windows ein geheimnisvoller Zweitschlüssel mit dem Namen "NSAKey" existiert. Microsoft bestritt zwar dass dieser zur Kontrolle durch den NSA dient. Ich hätte jedoch trotzdem nicht derartig viel Vertrauen das ich für die Infrastruktur ein System benutzen würde welches komplett in der Hand eines Konzerns entwickelt wird. Es ist ja auch nicht so dass es keine Alternativen (z.B. Linux, BSD) geben würde.
Warum auch immer dieser hysterische Anfall ins Leben gerufen wurde? Möglicherweie wurde das geplant um davon abzulenken dass man im Syrienkrieg jetzt Waffen liefern will nachdem die Regierung dort angeblich chemische Waffen eingesetzt hat. In Deutschland freut sich jeden Fall Kriegsminister Die Misere über die Ablenkung von dem Debakel um seine Drohne "Euro Hawk".
Ein nettes Detail noch am Rande. Das Prism-Logo, welches von der NSA intern für das Überwachungsprogramm verwendet wurde offenbar raubkopiert. Es stammt von dem Fotografen Adam Hart-Davis, der dazu seine Erlaubnis nicht gegeben hat.

Quellen

Norbert Leygraf (Mediziner und forensischer Psychiater)


Norbert Leygraf wurde im Jahr 1953 in Büderich geboren. Er ist ein deutscher Mediziner und forensischer Psychiater. Am Institut für forensische Psychiatrie des LVR-Klinikum Essen, Kliniken und Institut der Universität Duisburg-Essen ist er als Direktor. 
Er ist auch als Gutachter bei Strafverfahren und Entlassungen aus dem Maßregelvollzug oder der Haft tätig. Er war u.a. in den Fällen Magnus Gäfgen, Mordfall von Witten, Mordfall Jessica, Arid Uka und Reiner Protsch als Gutachter beauftragt. Aktuell (Juni 2013) ist er u.a. als Gutachter von Carsten Sch. im NSU-Prozess am Oberlandesgericht München tätig.

Medizin studierte er an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Danach arbeitete er dort als wissenschaftlicher Assistent und Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Neutrologie.

Seit 1979 ist sein Forschungsgebiet die forensische Psychiatrie. Er beschäftigt sich insbesondere mit krankhaften Diebstahlshandlungen und der Gückspielsucht.

Von 1984 bis 1986 betreute er ein Forschungsprojekt über psychisch kranke Straftäter in der Bundesrepublik Deutschland.

1991 wurde er Universitätsprofessor. Zudem übernahm er die Stelle des Direktors des Instituts für Forensische Psychiatrie am LVR-Klinikum Essen, Kliniken und Institut der Universität Duisburg-Essen in Essen.

Ab 2002. Leygraf wird für die katholische Kirche zur Beurteilung einzelner Geistlicher tätig.

Dezember 2012. Eine Studie, welche angesichts der immer neuen Enthüllungen über sexuellen Missbrauch - vor allem in der katholischen Kirche - für die katholischen Bistümer in  Deutschland von Leygraf geleitet wurde, wird vorgestellt. Er stellt fest "dass eine spezielle Störung im Bereich der Sexualität, also das, was man in der Psychiatrie eine Pädophilie nennt, nur in Ausnahmefällen vorlag. Die Ursachen für diese Taten waren oft eher berufliche Krisen, Gefühle der Einsamkeit, soziale Isolation oder eine Nähe-Distanz-Problematik. (...) Wenn es eine  pädosexuelle Orientierung gibt, ist es vorbei. Dann kann man so jemanden nicht mehr in der Kirche arbeiten lassen. Auch dort muss man aber sehen, dass man für ihn sorgen muss. Wenn er völlig ins Bodenlose fällt, ist die Rückfallgefahr viel größer. Deshalb sollte man ihn in einem System halten, wo er unterstützt und kontrolliert wird."

Quellen

Dr. Hans Peter Friedrich (CSU) - Bundesinnenminister

Dr. Hans Peter Friedrich (CSU)























Dr. Hans Peter Friedrich (CSU) hat eine Abneigung gegen den Sozialismus und fällt manches Mal in das Kalte-Krieger-Vokabular zurück wie man auch bei seiner Amtsantrittsrede hören konnte als er das Bundesinnenministerium übernahm. Gegen die Linkspartei hat er eine starke Abneigung. Wenn die Sprache auf den Grünen-Franktionschef Jürgen Trittin kommt vergisst er nur selten die Kommunistische Vergangenheit Trittins zu erwähnen.
Der neue Innenminister ist auch ein Freund der Vorratsdatenpeicherung und drängt auf die Einführung von Internetsperren. Das Internet-Überwachungsprogramm PRISM des US-amerikanischen Geheimdienstes NSA nimmt er in Schutz.

16.05.2013. Friedrich bekommt zusammen mit seinem Ministerium von der Journalistenorganisation Netzwerk Recherche den Negativpreis "Verschlossene Auster" verliehen. Es waren zwei Vorfälle, die vor allem zur Entscheidung beitrugen. Hans-Wilhelm Saure (Journalist) recherchierte zur Rolle von Ex-Nazis im Bundesnachrichtendienst (BND) und Niklas Schenk und Daniel Wrepper (Journalisten von der Westdeutschen Allemeinen Zeitung) versuchten Informationen zu den Medaillenvorgaben deutscher Athleten bei den Olympischen Spielen 2012 zu bekommen. Beide Male wurde vom Innenministerium die Auskunft abgelehnt. Friedrich versuchte eine Auskunft bezüglich Sportförderung sogar gerichtlich zu verhindern obwohl die Journalisten ein verfassungsmäßiges Recht auf Auskunft hatten.
Er ist nach Otto Schily (SPD) der zweite Innenminister der diese "Ehre" hat. Den Preis hat er nicht persönlich entgegengenommen.

28. Mai 2013. Der "Münchhausen-Check" von Spiegel schreibt "Bundesinnenminister Friedrich suggeriert, dass Zuzügler aus Bulgarien und Rumänien vor allem die Ausnutzung der hiesigen Sozialsysteme verfolgten. Das ist der vorliegenden Arbeitsmarktstatistik nach eine unzulässige Verallgemeinerung eines in einigen Städten punktuell aufscheinenden Problems". Friedrich bekommt wohlverdient die Note: Ungenügend (6).

30. September 2012. Innenminister Friedrich fällt doch tatsächlich auf dass Neonazis in Ostdeutschland ganze Landstriche unterwandern.

11. August 2012. Mein Kommentar über Schnüffelsoftware, Bundestrojaner und Überwachungsschutz ist ominöserweise verschwunden. Als einziger von etwa 1100 Kommentaren im Blog. Das bringt mich etwas ins Grübeln. Habe ich da etwa zu viele Verbindungen zwischen Überwachungsmafia, Schily und Co hergestellt?

03. August 2012. Innenminister Friedrich stellte sich am 28. Juli auf der CSU-Seniorenversammlung in Bamberg gegen das Bundesverfassungsgericht das am 18. Juli entschieden hat dass die Menschenwürde nicht antastbar ist und auch Asylbewerber ausreichend Geld und Sachleistungen erhalten müssen damit ihr Recht auf ein menschenwürdiges Leben nicht gefährdet ist. Leistungen dürfen dem Urteil nach nicht deshalb niedrig angesetzt werden um potentiell Asylsuchende von vorneherein abzuschrecken.
Seit mehr als 3 Wochen demonstrieren 3 politische Flüchtlinge aus dem Iran in Bamberg. Denen haben sich an dem Tag 200 weitere Demonstranten angeschlossen. Friedrich erklärt diesen Menschen dass die Bedingungen hier doch hervorragend wären und wir uns um die Asylbewerber kümmern würden. Er würde es für richtig halten dass es einen Abstand zwischen dem normalen Sozialhilfesatz bzw. Dem Hartz IV-Satz und den Asylbewerberleistungen gebe. Gleiche Leistungen für Asylbewerber und HIV-Bezieher wären falsch weil sonst noch mehr Wirtschaftsflüchtlinge angezogen werden würden.

02. August 2012. Bei der Polizei die dem Innenminister untersteht haben sich zwei schwäbische Polizisten dem Ku-Klux-Klan angeschlossen um zu "flirten". Von Rasissmus haben sie nix gewusst.

14. Juli 2012. Herr Friedrich ist der Schirmherr über unfassbare Vorgänge beim Verfassungsschutz wie der NSU-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestags deutlich zeigt.

17. Oktober 2011. Nachdem der "Bundestrojaner" aufgeflogen ist nennt der Bundesinnenminister den vielfachen Grundgesetzbruch eine Lapalie.

8. August 2011. Nach den Anschlägen vom 22. Juli 2011 in Norwegen nimmt sich Friedrich ein Beispiel an der chinesischen Regierung und fordert der Anonymität radikaler Blogger im Internet ein Ende zu setzen. Er stößt dabei auf parteiübergreifende Kritik.

21. Mai 2011. Friedrich will das Grundgesetz verbiegen um Soldaten im Inland einzusetzen. Angeblich um Terroristen zu bekämpfen.

04. März 2011. Friedrich drängt auf rasche Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung.

03. März 2011. Nachdem sein Kollege Ctrl-C Guttenberg (CSU) wegen seiner Kopieraffäre den Job als Kriegsminister vorloren hat übernimmt Friedrich das Innenministerium während der bisherige Innenminister "die Misere" ins Kriegsministerium wechselt. Friedrich hatte Ctrl-C Guttenberg in Schutz genommen was aber nicht ausgereicht hat.
Am Tag seines Amtsantritts hat Friedrich nichts anderes zu tun als zu erklären "Dass der Islam zu Deutschland gehört ist eine Tatsache die sich auch aus der Historie nirgends belegen lässt". Er widerspricht damit dem Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU) und hat damit unrecht. Seit dem zweiten Weltkrieg wurden aus allen möglichen Ländern Menschen zum Arbeiten importiert. Diese haben etwas mitgebracht: "Den Islam!"

Oktober 2009 bis März 2011. Friedrich ist als Nachfolger von Peter Ramsauer der ins Verkehrsministerium gewechselt ist CSU-Landesgruppenvorsitzender.

September 2009. Er erreicht bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Hof 46,5% der Erststimmen und bleibt damit als direkt gewählter Abgeordneter im Bundestag.

2009. Friedrich stimmt für das Zugangserschwerungsgesetz mit dem angeblich Internetseiten mit Kinderpornographie gesperrt werden sollen.

29. November 2005. Er wird zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden für die Bereiche Verkehr, Bau, Stadtentwicklung; Tourismus; Kommunalpolitik gewählt.

2005 bis 2011. Friedrich ist stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

2002 bis 2005. Friedrich ist Justitiar der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

2002 bis 2004. Friedrich wird im Bundestag stellvertretender Vorsitzender des Untersuchungsausschusses Wahlbetrug.

1999 bis 2002. Friedrich wird im Bundestag stellvertretender Vorsitzender des Untersuchungsausschusses Parteispenden.

1998. Er zieht über die Landesliste Bayern in den Deutschen Bundestag ein.

1993. Er wird persönlicher Referent des CSU-Landesgruppenvorsitzenden Michael Glos.

1991. Friedrich wird wissenschaftlicher Mitarbeiter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

1990. Er wird zur Wirtschaftsabteilung der Deutschen Botschaft in Washington abgeordnet.

1988. Friedrich wird Regierungsrat im Dienst des Bundesministeriums für Wirtschaft.
  
1988. Friedrich promoviert an der Universität Augsburg zum Dr. jur. Der Titel seiner Dissertation lautet "Die Testamentsvollstreckung an Kommanditanteilen".

1986. Nach einem Referendariat besteht Friedrich das zweite juristische Staatsexamen.

1983. Er beendet mit dem ersten juristischen Staatsexamen ein Studium der Rechtswissenschaften in München und Augsburg.

1974. Er wird Mitglied der CSU.

1973. Friedrich wird im Alter von 16 Jahren Mitglied der Jungen Union und gründet eine der ersten Schüler-Unionsgruppen in Oberfranken. Es geht im dabei auch um den Kampf gegen den Sozialismus.

10. März 1957. Hans-Peter Friedrich wird in Naila geboren.

Quellen:
16.06.2013, Sueddeutsche, Negativpreis vom Netzwerk Recherche, Innenminister ist Informationsblockierer des Jahres
15.06.2013, taz, Online-Überwachung durch NSA, Innenminister nimmt USA in Schutz
28.05.2013, Spiegel, Münchhausen-Check: Friedrich und die Einwanderer
30.09.2012, Focus, Innenminister Friedrich warnt, Neonazis unterwandern ganze Landstriche in Ostdeutschland
30.09.2012, taz, Innenminister über Neonazis, Unterwanderung nicht zulassen
30.09.2012, Stern, Rechtsextremismus um Osten, Friedrich warnt vor Neonazi-Unterwanderung
08.08.2012, Telepolis, Innenminister Friedrich stellt sich gegen das Bundesverfassungsgericht
08.08.2012, Sueddeutsche, Streit um Anonymität im Internet, Der Klarnamen-Minister rudert zurück
02.08.2012, Sueddeutsche, Schwäbische Polizisten, Beim Ku-Klux-Klan zum Flirten
21.05.2011, Welt, Terrorabwehr, Friedrich will die Bundeswehr im Inland einsetzen
04.03.2011, Heise, Neuer Innenminister will rasch neue Vorratsdatenspeicherung
02.03.2011, Spiegel, Hans-Peter Friedrich, Plötzlich Minister
Hans-Peter-Friedrich.de
Wikipedia, Anschläge in Norwegen 2011
Wikipedia, Hans-Peter Friedrich

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